Neues Grün und mehr Rot

von Redaktion

Wie die Allianz Arena in der Sommerpause umgebaut wurde

Relaunch: Der Medienbereich der Allianz Arena (r.) bekam über den Sommer einen neuen Anstrich verpasst. Die Fans wird‘s freuen: Die Farbe Rot dominiert. © Imago/smk

München – Wo ist denn Thomas Müller plötzlich hin? Über 15 Jahre war der Ur-Bayer fester Bestandteil der Allianz Arena. Nun sieht man ihn weder auf dem Rasen noch an der Wand – das Abbild der Vereinslegende wurde kurzerhand abgehängt. Allerdings hat dies nichts mit seinem Wechsel nach Vancouver zu tun, sondern einen anderen Hintergrund.

Seit dem 8. Juni war die Arena zu. Für 55 Tage nach dem Finale der Nations League hieß es: Sommerpause für Müllers ehemaliges Wohnzimmer und der Spielstätte des FC Bayern. In den knapp acht Wochen, in denen das Stadion sportlich nicht von den Bayern genutzt wurde, aber mit Guns N’ Roses erstmals ein Musikkonzert stattfand, wurde dort ordentlich umgebaut. Die Arena bekam ein Facelifting. Zur neuen Saison präsentiert sich das Münchner Stadion-Juwel mit mehreren Neuerungen.

Der Haupteingang auf der Esplanade wird überdacht – endlich Schluss mit dem Warten im Regen. Außerdem wurde vor dem ersten Testspiel gegen Olympique Lyon (2:1) ein komplett neuer Rasen verlegt. Das „heilige Grün“ erstrahlte für Top-Neuzugang Luis Diaz direkt im neuen Glanz.

Doch nicht für die Fans und die Stars gab es ein Upgrade. Auch der Medienbereich wurde umgebaut und war am vergangenen Samstag fast nicht mehr wiederzuerkennen. Viel Holz, viele Rautenmuster und natürlich die Farbe Rot sprangen dort sofort ins Auge – und noch in die Nase. Auf den ersten Blick hatte der neu gestaltete Medienraum den Charme einer Lounge.

Bis zum Vorabend des Testspiels gegen Lyon wurde im Presseraum noch gehandwerkelt, um ihn im neuen Look erscheinen zu lassen. So war noch nicht alles fertig, fehlten an den Wänden noch die Bildschirme, auf denen künftig wieder die Bayern-Highlights gezeigt werden können. Apropos Wände: Bis zur Sommerpause hingen auf dem Weg zur Pressetribüne auf der rechten Seite imposante Spielerbilder. Zu sehen waren dort Legende wie Robert Lewandowski, Thiago, David Alaba oder Müller. Stattdessen begleitet einen zukünftig ein rotes Rautenmuster auf dem Weg zum Presseplatz. Zumindest im Medienbereich gibt‘s also keine (Ex-) Stars mehr, in den Katakomben im Kabinentrakt befinden sich allerdings weiterhin Spielerbilder.

Der Pressebereichs war aufgrund der anfänglichen gemeinsamen Arena-Nutzung mit dem TSV 1860 recht neutral gestaltet, nun dominiert nun die Farbe Rot. Im Zusammenspiel mit der Holzoptik soll dies eine hohe Wiedererkennung erzeugen – und den starken regionalen Bezug unterstreichen. Nach 20 Jahren tat der Neuanstrich dem Pressebereich sichtlich gut. Das soll allerdings erst der Anfang gewesen sein.

Das Konzept mit Holz, Raute und Rot wird bald auch in weiteren Bereichen der Allianz Arena Anwendung finden – etwa im brandneuen Welcome Center – und zieht sich wie ein roter Faden durch das Stadion. Generell wird die Raute, die eine Anspielung aufs Vereinslogo ist, eine wichtige Rolle spielen.

Neben dem Welcome Center gibt‘s neue Fahrstühle, optimierte Parkhaus-Zufahrten und eine LED-Beschilderung. Das sollen die An- und Abreise so einfach wie nie machen – so der Plan. Das Stau-Chaos nach Champions-League-Partien wird das Ganze allerdings auch nicht auflösen können. Probleme, mit denen sich einer nicht mehr beschäftigen muss.: Thomas Müller wird man in der Allianz Arena erst mal nicht mehr sehen, auf dem Platz nicht – und an der Wand.SMK, HLR

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