„Oma“ Selin Oruz will angreifen. © IMAGO/SIMON
Mönchengladbach – Die Titel-Sehnsucht bei den deutschen Hockey-Damen ist nach zwölf erfolglosen Jahren groß, doch bei der heute beginnenden EM in Mönchengladbach gilt eher die DHB-Auswahl der Herren als heißer Kandidat auf den Sieg. „Natürlich möchte man bei der EM gerne eine Medaille gewinnen. Aber die Mannschaft ist eine ganz andere, wir haben eine neue Trainerin, einen neuen Staff. Da ist alles möglich, wir sind vielleicht unberechenbarer“, sagte Nationalspielerin Selin Oruz.
Die 28-Jährige steht vor ihrer sechsten EM-Teilnahme und ist mit 170 Länderspielen die erfahrenste Spielerin im Kader. Nach einigen Rücktritten und mit der neuen niederländischen Trainerin Janneke Schopman steckt die stark verjüngte Mannschaft in einem kompletten Umbruch. Oruz, die nach einem Knochenbruch an der Mittelhand operiert wurden ist, soll dem Team nun eine wertvolle Stütze sein. „Da bin ich jetzt die Oma.“
Für ihren Medaillen-Traum opfert Oruz, die als Ärztin in einer Klinik arbeitet, viel. „Bei mir geht der ganze Jahresurlaub drauf, da kann ich nicht am Strand liegen.“ Vom Verband gibt es keine Unterstützung, von der Sportförderung auch nicht mehr. „Irgendwann wird sich das auch im Leistungsvergleich mit den anderen Nationen zeigen“, so Oruz.
Die deutschen Männer hingegen starten als Mitfavorit. „Aus den Mannschaften Spanien, Belgien, Niederlande, England und uns können alle diese EM gewinnen“, sagte Kapitän Mats Grambusch. Während es für die Herren noch um die Qualifikation für die WM 2026 geht, hat die Damen-Auswahl das Ticket bereits in der Tasche.DPA