VfB-Vorstand Wehrle macht den Bayern Druck. © IMAGO
Woltemade bleibt der Wunschtransfer. © Imago
München – Kingsley Coman reiste zwar noch mit dem FC Bayern nach Zürich. Später sei er allerdings aus dem Mannschaftshotel verschwunden. Damit sich der Wechsel des Franzosen zu Saudi-Club Al-Nassr nicht doch noch im letzten Moment wegen einer Verletzung zerschlägt, fehlte Coman im Testspiel gegen den Grasshopper Club Zürich. Die Verkaufseinnahmen in Höhe von knapp 30 Millionen Euro sind bei der weiteren Kaderplanung von Sportvorstand Max Eberl eminent wichtig.
Eberl und Sportdirektor Christoph Freund wollen nämlich sehr wohl noch einmal auf dem Transfermarkt tätig werden und suchen bereits nach einem preiswerten Ersatz für Coman – sowohl was die Ablöse als auch das Gehalt des potenziellen Neuzugangs betrifft. Nach wie vor ganz oben auf der Liste: Nick Woltemade. Zwar ist der Angreifer des VfB Stuttgart kein klassischer Flügelspieler, doch er könnte den verletzten Jamal Musiala auf der Position hinter der Spitze ersetzen und perspektivisch Harry Kane als Mittelstürmer beerben.
Kurios: Ausgerechnet der Stuttgarter Vorstandschef Alexander Wehrle bringt nun nochmal neuen Schwung in den Poker um Woltemade. Beim Kneipen-Talk der „Stuttgarter Zeitung“ setzte der VfB-Boss den Bayern ein Ultimatum: „Wenn man den Spieler unbedingt verpflichten will, müsste man auch in der Lage sein, in dieser Zeit eine Lösung zu erzielen. Wir spielen am Samstag den Supercup. Bis spätestens zum Anpfiff sollte auch alles geklärt sein.“
Sollte ein Wechsel des Angreifers in den nächsten Tagen nicht über die Bühne gehen, ist ein Verkauf von Woltemade also ausgeschlossen? „Genau richtig, ich konzentriere mich dann auf das Spiel. Und in den Tagen danach bereiten wir uns auf das Spiel bei Union Berlin vor, dann auf Braunschweig, danach auf Gladbach. Es ist jetzt eine Strecke von sechseinhalb Wochen. Irgendwann ist auch mal gut“, stellt der Ober-Schwabe klar.
Worauf Wehrle mit seinen Aussagen abzielt, ist klar: Er möchte die Münchner unter Druck setzen, zeitnah ein „außergewöhnliches Angebot“ abzugeben. Lothar Matthäus rechnet indes sehr wohl damit, dass der Woltemade-Wechsel zum deutschen Rekordmeister zeitnah über die Bühne geht. „Wenn Bayern einen Spieler in der Größenordnung von Kingsley Coman abgibt, muss man sich mit Woltemade beschäftigen. Wenn auf der einen Seite etwas passiert, dann passiert auch auf der anderen Seite etwas. Wenn man Coman abgibt, wären Einnahmen da, die ganz sicher genutzt werden, um Spieler zu holen, die man gerne in München sehen würde“, schreibt er in seiner Sky-Kolumne und erachtet eine Ablöse von 65 Millionen Euro als gerechtfertigt.
Sollte der Wunschtransfer tatsächlich scheitern, haben die Bayern nach Informationen unserer Zeitung folgende Alternativen auf dem Zettel: Malick Fofana (22/Olympique Lyon), Xavi Simons (22/RB Leipzig) und Christopher Nkunku (27/FC Chelsea). Während der junge Belgier Fofana ein Eins-zu-eins-Ersatz für Coman als Linksaußen wäre, sind Simons und Nkunku in der Offensive variabel einsetzbar – ähnlich wie Woltemade. M. BONKE, P. KESSLER