Die Freundschaft ruht für 90 Minuten

von Redaktion

Haching empfängt Bayern II – die beiden Vereine verbindet eine Kooperation

Unterhaching – Es ist nicht nur das Spitzenspiel der Regionalliga Bayern, das an diesem Freitag (19 Uhr) zwischen der SpVgg Unterhaching und dem FC Bayern II steigt. Sondern es ist ein ganz spezielles Nachbarschaftsduell: Im Rahmen der Kooperation der beiden Vereine mit gegenseitigen Leihgeschäften von Spielern und Jugendtrainern, spielt der Seniorpartner gegen den Juniorpartner aus Unterhaching. „Es ist ein guter Austausch“, meint Bayern-Amateure Cheftrainer Holger Seitz.

Insbesondere im unteren Jugendbereich erhalten die Hachinger vom deutschen Rekordmeister neben finanzieller Unterstützung auch Trainer-Knowhow und Spieler. Die SpVgg ist erster Ansprechpartner, falls Talente am Bayern-Campus nicht mehr den nächsten Entwicklungsschritt gehen können. Oder es kommen Juniorenspieler auf Leihbasis, wie im Vorjahr zum Beispiel U17-Weltmeister Maximilian Hennig. Diese sollen Spielpraxis im Herrenbereich sammeln. Umgekehrt landen Hachinger Top-Talente wie Maurice Krattenmacher (aktuell von Bayern an Hertha ausgeliehen) bei den Bayern, die in ihrer Regionalligamannschaft mit Gibson Adu, Hannes Heilmair und Younes Aitamer aktuell drei ehemalige Hachinger in ihren Reihen haben.

Mehr Spieler vom Kooperationspartner hat die SpVgg vorzuweisen. Alexander Winkler, Tim Hannemann, Timon Obermeier, Nicolas Böhnke und Nils Ortel besitzen als aktuelle Spieler der Hachinger Profis eine Vergangenheit bei den Münchnern. Im Nachwuchsbereich besticht zudem derzeit Jason Eckl. Der bis Anfang 2025 bei Bayern spielende Angreifer erzielte zuletzt drei Tore in der Hachinger U21 in der Landesliga und ist ebenso wie Torwart Alexander Coenen vom Bayern-NLZ zur SpVgg gewechselt.

Aufgrund ihrer hervorragenden Ausbildung genießen die Bayern-Talente einen hohen Stellenwert bei Hachinger Trainern, wenngleich ihre Stärken weitaus mehr im offensiven als im defensiven Bereich ausgeprägt sind. Für das kommende Duell zwischen dem Tabellenführer aus München und seinem Verfolger muss die Freundschaft vorerst 90 Minuten ruhen. „Wir haben Respekt vor allen Gegnern, aber wir wollen immer auf uns schauen“, betont Hachings Cheftrainer Sven Bender.

Im Duell der beiden offensivstarken Teams dürfte möglicherweise die Abwehrleistung das Zünglein an der Waage sein. „Wenn wir nur ein Prozent nachlassen und nicht intensiv Fußballspielen, wird es eng für uns“, so Bender. Seitz entgegnet ähnlich: „Wir werden versuchen, den Gegner weit weg vom Tor zu halten.“ ROBERT M. FRANK

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