Sursee/München – Beim EHC Red Bull München hatte man das schon befürchtet: An den Ergebnissen werde es erst einmal haken beim Start in die Vorbereitung auf die neue Eishockey-Saison. Neuer Trainer, elf neue Spieler und gleich mal ein anspruchsvolles Programm mit dem Lehner Cup im Schweizer Ort Sursee und dem SC Bern und dem EV Zug als Gegnern. Die Sorgen waren nicht unbegründet: Der EHC verabschiedete sich am Samstagabend mit zwei Niederlagen heim nach München. Dem 1:2 gegen den SC Bern folgte ein 2:5 gegen den EV Zug.
Mit Zugs Manager hatte Münchens Sportchef Christian Winkler vergangene Woche noch ein Gespräch, in dem sie die Parallelen zwischen ihren Clubs herausarbeiteten: Nämlich, „dass wir so ein Jahr wie das letzte nicht noch einmal brauchen“. EHC und EVZ, beide schon mehrmals Meister, hatten mit der Titelvergabe in ihren Ligen nichts zu tun und haben folglich einiges geändert. Ein erster Zwischenstand: Zug ist bei der Neustrukturierung weiter.
Die Münchner gingen sogar zweimal in Führung: 1:0 durch Markus Eisenschmid (9. Minute), 2:1 durch Yasin Ehliz (27.). In beiden Szenen sah Zugs Torhüter Leonardo Genoni, der im Mai mit der Schweiz ein phantastisches WM-Turnier gespielt hatte (Fangquote über 95 Prozent, Gegentorschnitt 0,99), nicht gut aus. Allerdings lieferte der 37-Jährige auch einige vorzügliche Paraden ab (gegen Fontaine und Ferguson). Knackpunkt im Spiel, als es zugunsten des EHC zu laufen schien: die erstmalige Zuger Führung (3:2) durch ein Solo von Eggenberger in Unterzahl. München ließ sich wiederholt auskontern, der Schlusspunkt zum 2:5 aus Münchner Sicht war ein Empty-Net-Goal: Simon Wolf, der diesmal statt Mathias Niederberger zum Einsatz kam, war schon zur Bank gefahren.
Kritikpunkte: Der neue Starverteidiger Ryan Murphy leistete sich zwei Schnitzer, Patrick Hager saß zu oft auf der Strafbank, das letzte Drittel endete 0:3 „Das System ist für viele Spieler neu, aber man merkt, wie wir uns von Wechsel zu Wechsel wohler fühlen“, erkannte Verteidiger Konrad Abeltshauser, seit 2016 im Club, aber durchaus Fortschritte. GÜNTER KLEIN