Koan Woltemade

von Redaktion

Wunsch-Stürmer muss in Stuttgart bleiben – „Das Thema ist vom Tisch“

Das 1:1 auf dem Fuß, dann aber doch gescheitert: Stuttgarts Nick Woltemade. © Rudel/Imago

Stuttgart – Nick Woltemade ließ sich enttäuscht auf den Rasen fallen, während die Bayern den ersten Titel der Saison beklatschten – für den Stuttgart-Stürmer war es die zweite Niederlage an diesem Wochenende, denn die Transfer-Saga des Sommers ist endgültig beendet: Woltemade wird trotz seines ausdrücklichen Wunsches in diesem Transferfenster nicht zum FC Bayern wechseln. Das bestätigte Stuttgarts Vorstandsvorsitzender Alexander Wehrle im Vorfeld der Supercup-Partie am Samstag (2:1). „Wir haben es unter der Woche mit Bayern geklärt. Deshalb ist die Akte geschlossen“, erklärte Wehrle bei Sky. „Nick Woltemade spielt nächste Saison für den VfB Stuttgart. Das ist auch genau so kommuniziert.“

Sportvorstand Fabian Wolgemuth ergänzte nach Abpfiff: „Wir haben jetzt stabile Fakten. Nick bleibt über den Sommer hinaus in Stuttgart und geht mit uns den Weg weiter. Das Thema ist für dieses Kalenderjahr vom Tisch.“ Bayerns Sportdirektor Christoph Freund reagierte darauf so: „Es braucht immer drei Parteien, um einen Transfer abzuwickeln. Das war jetzt nicht der Fall, dass es eine Einigung gegeben hat.“

Der Transfer, der zahlreiche Wendungen hatte und auch durch die öffentlichen Äußerungen des Woltemade-Beraters Danny Bachmann als wohl „gläsernste Verhandlung“ in der bisherigen Bundesliga-Geschichte gilt, ist damit – zunächst – endgültig gescheitert. Die Art und Weise wirft allerdings Fragen auf: Wer geht aus dem geplatzten Transferpoker als Sieger heraus, wer als Verlierer?

Für den FC Bayern kann man die Abfuhr der Stuttgarter als Transfer-Niederlage deuten – andererseits lässt es sich auch als Zeichen der Stärke werten, einen Transfer nicht überzubezahlen und auf die teils astronomischen Forderungen der Stuttgarter einzugehen. Der VfB wiederum hat eigene Standhaftigkeit bewiesen, dafür aber auf knappe 60 Millionen Euro verzichtet – eine Summe, die man trotz des internationalen Geschäfts sicher grundsätzlich gerne eingestrichen hätte.

Und Nick Woltemade? Der Stürmer gilt wohl als größter Verlierer aus dem geplatzten Wechselpoker. Immerhin wurde der 23-Jährige beim Supercup nicht von den VfB-Fans ausgepfiffen, Teamkollege Deniz Undav sah in seinem Verbleib – logischerweise – zudem etwas positives: „Endlich ist das Scheiß-Thema vorbei!“

Auf dem Feld hatte Woltemade einen schweren Stand, weil ihm FCB-Innenverteidiger Dayot Upamecano in Manndeckung nahm. Mitte der ersten Halbzeit kamen die Stuttgarter und auch Woltemade dann aber besser ins Spiel und der Angreifer hatte plötzlich das 1:1 auf dem Fuß – scheiterte aber aus kurzer Distanz an Manuel Neuer, der zuvor schon einmal gegen Josha Vagnoman zur Stelle war.

Für den deutschen Rekordmeister geht es nun darum, in den verbleibenden zwei Wochen noch einen Ersatz für den nach Saudi-Arabien abgewanderten Kingsley Coman (29) zu finden. Als heißester Kandidat gilt der Ex-Leipziger Christopher Nkunku (27) vom FC Chelsea.

Doch wer weiß? Sportdirektor Freund ließ am Ende doch noch eine kleine Hintertür offen: „Das Transferfenster schließt am 1. September. Im Fußball kannst du nie etwas hundertprozentig ausschließen.“VINZENT TSCHIRPKE

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