Malaika Mihambo wurde in Polen Vierte – es fehlte unter anderem am Timing beim Anlauf. © Warzawa/dpa
Chorzow – Da geht noch was. Einen Monat vor den Leichtathletik-Weltmeisterschaften in Tokio sind einige deutsche Hoffnungsträger um Weitsprungstar Malaika Mihambo und Sprinterin Gina Lückenkemper längst nicht am Leistungslimit. Während beim Diamond-League-Meeting im polnischen Chorzow mehrere internationale Top-Stars mit Top-Leistungen glänzten, steht für deutsche Athletinnen und Athleten eher der Formaufbau für den Saisonhöhepunkt im Vordergrund. Richtig wichtig wird es erst ab dem 13. September in Tokio.
So war die zweimalige Weltmeisterin Mihambo mit 6,68 Metern und Platz vier in Chorzow nicht unglücklich, weil sie bei ihrem weitesten Sprung rund 25 Zentimeter am Brett verschenkte. „Unter dem Strich ist sie zufrieden, aber es ist noch einiges zu tun“, sagte ihr Trainer Ulli Knapp. „Das Ergebnis war ein bisschen unbefriedigend.“ Laut Knapp hätte auch der erste Sprung zum Sieg reichen können, doch da übertrat die 31-Jährige hauchdünn. So gewann am Ende die Olympia-Dritte Jasmin Moore aus den USA mit 6,85 Metern.
Wie weit die Weltspitze über 100 Meter entfernt ist, bekam die einstige Europameisterin Gina Lückenkemper drei Jahre nach ihrem Triumph in München vorgeführt. Die Amerikanerin Melissa Jefferson-Wooden stürmte in starken 10,66 Sekunden zum Sieg, Lückenkemper kam in 11,25 Sekunden nur auf den neunten und letzten Platz.
Lückenkemper wollte danach nichts schönreden: „Der fällt heute in die Kategorie Satz mit x, dat war mal so überhaupt nix.“ Sie habe nach einem Gespräch mit ihrem US-Coach über den ersten Schritt nach dem Startschuss zu viel nachgedacht. „Im Startblock nachzudenken, ist so ziemlich das Dämlichste, was man machen kann“, stellte die gebürtige Westfälin fest.
Bei Ogunleye läuft es besser
Mehr Hoffnung macht Kugelstoß-Olympiasiegerin Yemisi Ogunleye. Zwar hatte auch die Mannheimerin nach den deutschen Meisterschaften vor zwei Wochen einen intensiven Trainingsblock angekündigt, sie wurde bereits am Freitag in Kattowitz aber Zweite mit 19,50 Meter. Damit ist die 26-Jährige weiter in ähnlicher Form wie vor ihrem Sensations-Gold in Paris. Auch die deutschen Diskuswerfer sind auf gutem Weg Richtung Tokio: Der WM-Achte Henrik Janssen gewann das Werfer-Meeting in Thum mit 67,15 Metern.dPA