Richtig in Schwung sind Deutschlands Basketballer unter Alex Mumbru noch nicht gekommen. © IMAGO/Wiedensohler
München – Etwas mehr als eine Woche bleibt der deutschen Basketball-Nationalmannschaft noch, bevor am 27. August die Europameisterschaft im finnischen Tampere mit dem Auftaktspiel gegen Montenegro beginnt. Für das Team von Bundestrainer Álex Mumbrú gibt es bis dahin noch einige Stellschrauben zu justieren, damit die Titelambitionen Realität werden können. Weltmeister Daniel Theis ist zuversichtlich: „Wir wissen, was wir können, wir gehören zu den Top-Favoriten und es ist unser Ziel Europameister zu werden“.
Im Rahmen des DBB-Supercups im SAP Garden zeigte sich am Samstag, dass der Weg dorthin noch steinig ist. Gegen Serbien mit NBA-Superstar Nikola Jokic (Denver Nuggets) und Bogdan Bogdanovic (Los Angeles Clippers) setzte es im Finale eine 81:91-Niederlage. Bereits im Halbfinale gegen die Türkei mit Alperen Sengün (Houston Rockets) war ein Quäntchen Glück nötig, um sich mit 73:72 knapp durchzusetzen. „Wir müssen an unserer Offensive arbeiten, weil wir nicht ganz so schnell spielen können, wie es der Coach von uns verlangt“, analysierte Franz Wagner nach der Niederlage gegen Serbien. Denn Trainer Mumbrú verfolgt eine klare Philosophie: schnelles Spiel, um sich offene Würfe zu erarbeiten.
Das funktionierte gegen Serbien bereits besser als noch im Spiel gegen die Türkei, wo die deutsche Mannschaft häufig zu schwierigen, gut verteidigten Würfen gezwungen war. Vor allem von der Dreierlinie gibt es noch Luft nach oben. Gegen die Türkei traf das DBB-Team lediglich zwei von 20 Versuchen von außen, gegen Serbien sah es mit zehn von 25 getroffenen Dreiern schon deutlich besser aus.
„Neuer Trainer, neues System, viele Verletzte – wir müssen uns erst noch finden“, erklärt Kapitän Dennis Schröder. Tatsächlich dürfte das Thema Personal auch bei Mumbrú für Kopfzerbrechen sorgen. Für die EM darf der 46-Jährige nur zwölf Spieler nominieren – aktuell stehen jedoch noch 15 Akteure im erweiterten Kader.
Zudem ist die Verletztenliste lang. Definitiv fehlen wird der ältere der Wagner-Brüder Moritz, er erlitt im Dezember 2024 einen Kreuzbandriss. NBA-Champion Isaiah Hartenstein hat dem Deutschen Basketball Bund (DBB) nach einer kräftezehrenden Saison in den USA für den Sommer abgesagt. Center Leon Kratzer kämpft mit Knieproblemen – für ihn könnte es das vierte große Turnier in Folge sein, bei dem er kurz vor Start aus dem Team gestrichen wird.
Auch Center Theis wurde geschont und spielte nur gegen die Türkei. Etwas besser steht es um den von Adduktorenproblemen geplagten Shooting Guard David Krämer: „Wir geben ihm noch ein paar Tage“, erklärt Mumbrú.
Spannend ist vor allem die Besetzung der Point-Guard-Position hinter Dennis Schröder. Wenn fit, dürfte Maodo Lô erneut die Rolle als Backup übernehmen. Der 32-Jährige stand gegen Serbien erstmals in der Vorbereitung auf dem Parkett, kam knapp 19 Minuten zum Einsatz und erzielte sechs Punkte, zwei Rebounds sowie eine Vorlage. „Ich bin froh, wieder bei der Mannschaft zu sein. Ich habe ein paar Wehwehchen aus der vergangenen Saison mit in den Sommer genommen, aber die sind jetzt auskuriert“, freut sich Lô.
Auf der Spielmacherposition stehen zusätzlich noch U18-Europameister Christian Anderson Jr. (Texas Tech University), Weltmeister Justus Hollatz (FC Bayern) und Bundesliga-Vizemeister Nelson Weidemann (Ratiopharm Ulm) zur Auswahl. Mindestens zwei von ihnen müssen dem endgültigen Kader weichen.
MARKO ALEKSIC