Zurück bei Red Bull: Torjäger Jeremy McKenna. © City-Press
Der Schuss ist seine Waffe: Hier erzielt Jeremy McKenna das erste Münchner Saisontor (gegen Bern). © Red Bull/City-Press
München – Er schoss das erste Tor des EHC München in der Vorbereitung auf die neue Saison (beim 1:2 gegen Bern), hatte auffällige Szenen auch beim 2:5 gegen den EV Zug – Jeremy McKenna, 26-jähriger Kanadier, hat sich gut eingefügt bei seinem neuen Club. Wobei: So fremd ist ihm der gar nicht. Denn McKenna war schon mal in der Red-Bull-Organisation. Vor zehn Jahren, als Teenager. Wie es dazu kam und wieso er sich in der DEL so wohlfühlt, erzählt McKenna im Interview mit unserer Zeitung.
Red Bull und Sie, das ist die Geschichte einer Wiederkehr.
Ja, und das ist ziemlich cool, nach zehn Jahren zurückzukehren. Das hatte ich im Hinterkopf. Man hat mir viel gegeben, als ich 16 war.
Wie kam es zu diesem einen Jahr in der Akademie in Liefering? Sie spielten in einer kanadischen Nachwuchsmannschaft. Und normal geht in diesem Alter niemand von Nordamerika nach Europa.
Sie hatten in der Akademie die Idee, ihren österreichischen und deutschen Spielern den nordamerikanischen Stil des Eishockeys zu zeigen, das kam von Pierre Page und Brian Savage (damaliger Leiter und Entwicklungscoach bei Red-Bull, d. Red.) – und ich wollte das gerne machen. Ich hatte eine zweiwöchige Probezeit und konnte bleiben. Ich habe eine großartige Saison erlebt, konnte an meinem Spiel arbeiten, mich entwickeln. Wir haben in der tschechischen Liga mitgespielt, waren auf Turnieren in Minnesota und Quebec, haben Städte wie Prag und Budapest gesehen. Ich war dann bereit, um in die Canadian Hockey League, ins kanadische Junioren-Eishockey, zu wechseln. Ich habe versucht, mit einigen aus Liefering über die Jahre Kontakt zu halten, sie sind in der NHL gelandet wie Martin Pospisil (Calgary) und Noah Dobson (Montreal), der DEL, in ganz Europa. Es war nicht der übliche Weg, den andere und ich gegangen sind. Aber ich habe die Gelegenheit ergriffen, weil mir klar war, dass Red Bull es richtig machen wird. Ich war zur richtigen Zeit am richtigen Ort.
Welche Rolle werden Sie im Münchner Team haben?
Ich kenne meine Stärke, das ist die offensive Seite, das Sammeln von Scorerpunkten, das Powerplay, mein Schuss. In den ersten Wochen muss sich zeigen, wie wir das Puzzle zusammenbekommen, damit wir in Köln im September einen guten Einstieg in die DEL haben werden. Zeit werden wir schon brauchen.
Sie haben vergangene Saison für die Nürnberg Ice Tigers gespielt, waren dort sehr beliebt. Muss schwer gewesen sein, den Standort zu verlassen.
Das war hart. Da sind aus Teamkameraden Freunde fürs Leben geworden.
Bis vor ein paar Jahren hat die DEL am liebsten Spieler aus der American Hockey League (AHL) verpflichtet, nun ist das neue Revier die kleinere East Coast Hockey League (ECHL), sozusagen die dritte Profiliga. Sie haben auch in der AHL, aber mehr in der ECHL gespielt, Warum?
Wenn ich für mich spreche: Wenn man von der NHL nicht gedraftet wurde, ist es schwer, eine Rolle im nordamerikanischen Eishockey zu finden. Die NHL-Clubs konzentrieren sich auf ihre gedrafteten Spieler, die sie in den Farmteams in der American Hockey League heranziehen. Für mich war es besser, in die ECHL zu wechseln, und da habe ich gut reingepasst. Das gilt aber auch für die DEL, in der offensiv und schnell gespielt wird. Ich könnte hier nicht glücklicher sein.
Welche Reihe kristallisiert sich für Sie heraus?
Adam Brooks ist mein Mittelstürmer. Wir haben schon bei den Toronto Marlies in der AHL ein bisschen zusammengespielt, er unterstützt mich. Im Training war dann noch Chris DeSousa dabei (fiel bei den Testspielen in der Schweiz jedoch aus, d. Red.). Es sollte bei uns klicken.
Ihr Schuss scheint eine Spezialwaffe zu sein.
Der Torschuss ist das Wichtigste, das Ergebnis von Übung und vielen Wiederholungen, auch im Sommer arbeite ich daran.
INTERVIEW: GÜNTER KLEIN