„Endlich do!“: Der Oberaudorfer Dähne. © Wagner/Imago
René Vollath, hier neben Christian Werner, ist die Nummer zwei und Torwarttrainer der Löwen. © sampics
Starke Reflexe: Mit Holstein Kiel stieg Dähne aus der Bundesliga ab, bei 1860 beweist er seine Klasse. © Haist/Imago
München – Bei den Löwen wird wieder bairisch gesprochen – den vielen Freistaat-Rückkehrern sei Dank. Unter einem Instagrambild von Neu-Keeper Thomas Dähne kommentierte Stürmer Kevin Volland: „Dähne do“. Die Antwort des gebürtigen Oberaudorfers: „Endlich do!“ Endlich ist er also wieder dahoam, in seiner bayerischen Heimat. Und folgte im Tor des TSV 1860 München auf Publikumsliebling Marco Hiller.
Keine leichte Aufgabe, weiß auch Geschäftsführer Christian Werner: „Es war klar, dass bei der Torhüterfrage bei 1860 in diesem Sommer jeder genau hinsehen wird.“ Und wie fällt das Fazit des Löwen-Chefs nach den ersten Wochen aus? „Er ist quasi fehlerfrei, brutal ruhig. Es ist eine extreme Stabilität, die er schon die ganze Vorbereitung ausstrahlt. Das hat mit der Dritten Liga wenig zu tun.“ Kein Wunder, schließlich spielte Dähne bis zuletzt auch noch zwei Spielklassen höher, stieg mit Holstein Kiel im Mai aus der 1. Bundesliga ab, sorgte jedoch mit starken Reflexen bundesweit für Aufsehen.
Umso verwunderter erschien es, dass Dähne zwei Ligen abstieg, zu den Löwen in die Dritte Liga kam. Auch Werner war davon durchaus überrascht: „Er hat in der Bundesliga seine Qualität bewiesen. Deshalb musste vieles zusammenkommen, damit wir den Spieler bekommen haben. Ich habe mich eher gewundert, dass nicht noch ein Zweitligist zugeschlagen hat.“
Der Transfer des 31-Jährigen darf also durchaus als Coup betitelt werden. Die räumliche Nähe zur Heimat sowie dass „Sechzig ein geiler Verein“ sei, habe laut Werner extrem geholfen. In Giesing findet Dähne eine durchaus kuriose Situation im Torhüterteam vor. Die etatmäßige Nummer 2, René Vollath, ist zugleich der Torwarttrainer der Löwen. Ergänzt wird das erfahrene Duo durch hungrige Nachwuchskeeper, Miran Qela und Paul Bachmann. Werner zeigt sich begeistert von den ersten Wochen unter „Spielertrainer“ Vollath: „René macht einen hervorragenden Job. Ich komme ja aus dem Torwartspiel, kenne mich also aus. Die Trainingseinheiten sind super.“ Vollath gibt sich – wie als Spieler auch – als sehr lautstarker Coach, taucht während der Partien auch mal hinter dem Löwentor auf, um Dähne aktiv Anweisungen zu geben.
Vollath verbindet beide Welten
Den Platz des Ersatztorhüters auf der Bank nimmt bei Sechzig jedoch immer ein Nachwuchskeeper ein, um die U23-Regelung erfüllen zu können. Sollte Dähne jedoch ausfallen, stünde Vollath parat, um zwischen die Pfosten zu rücken. „In den Testspielen hat er gezeigt, dass er ein hervorragender Keeper ist. Wenn wir ihn ins Tor stellen, gehört er auch zu den besten Torhütern der 3. Liga“, betont Werner. Die Löwen sehen sich also bestens gerüstet nach dem Hiller-Abgang. Weitere „spannende Neuerungen“ im Torhüterwesen sollen folgen und werden laut Werner in den nächsten Monaten öffentlich kommuniziert. MARCO BLANCO UCLES