Video-Schiri bremst Müller aus

von Redaktion

Abseitspfiff und spätes Gegentor verhindern perfekte Premiere in Kanada

Kein Tor – erklärt Schiedsrichter Jon Freeman. © dpa

Die Videoschiedsrichter kassierten Müllers Tor ein.

Der erste Torjubel – leider verfrüht. © IMAGO/Pximages

Weißes Trikot, schwarze Hose, Nummer 13: Wie zu DFB-Zeiten wirkte Zhomas Müller beim Debüt für die Vancouver Whitecaps gegen Houston Dynamo. © dpa/Ethan Cairns

Vancouver – So richtig einordnen konnte Thomas Müller seine Gefühle nach seinem Debüt in der Major League Soccer nicht. „Es ist ein Mix aus allem“, sagte der neue Star der Vancouver Whitecaps. „Das Ergebnis ist enttäuschend, ehrlich gesagt. Aber es waren tolle erste Momente.“ Ein Gegentor in der Nachspielzeit zum 1:1 und ein Abseitspfiff bei seinem vermeintlichen Premierentreffer verdarben eine perfekte Müller-Premiere in Kanada.

Kurz nach seiner Einwechslung in der 61. Minute brachte die Bayern-Legende die ohnehin euphorischen Fans der Whitecaps noch mehr in Verzückung. Ein perfekter Schuss des Weltmeisters von 2014 landete unhaltbar zum möglichen 2:0 im Tor von Houston Dynamo. Doch ein Abseitspfiff von Schiedsrichter Jon Freemon zerstörte den Jubel. „Ich treffe, die Fans drehen durch, und dann war es Abseits“, ärgerte sich der 35-Jährige.

Doch die ersten knapp 30 Minuten des Ex-Nationalspielers haben gezeigt, dass der Deutsche seine Karriere in Nordamerika nicht einfach so ausklingen lassen will. Der ausgelöste Hype nach Müllers Ankunft in Vancouver wird nach seinem ersten Auftritt sicherlich nicht kleiner werden. Mit 26031 Zuschauenden war die Arena erstmals in dieser Spielzeit ausverkauft. Auch für die weiteren Spiele rechnet der Club mit einem noch nie dagewesenen Andrang.

Nach den vielen Terminen zuvor sucht Müller die Abgeschiedenheit. „Ich war sehr beschäftigt die letzten Tage, sehr beschäftigt“, sagte er. „Jetzt werde ich erst mal zur Ruhe kommen und in meinem Apartment über die vergangenen Wochen nachdenken. Jetzt bin ich happy, dass ich mein erstes Match bestritten habe.“

Auf dem Kunstrasen im BC Place Stadium war Müller sofort im Spiel integriert. Er gab Kommandos, grätschte und war wie zu besten Münchner Zeiten überall in der Offensive zu finden. Seine Mitspieler suchten ihn sofort, Müller setzte sie umgehend in Szene und tauchte einige Male gefährlich vor dem Gäste-Tor auf. Immer wieder gab es Applaus.In der Nachspielzeit folgte dann jedoch der Schock. „Wir hätten klar gewinnen müssen. Wir hatten viele Chancen. Aber so ist der Fußball“, monierte Müller.

Mit den Whitecaps ist er in der Western Conference als Tabellendritter auf Playoff-Kurs. In der getrennt davon ausgespielten Canadian Championship steht das Team im Halbfinale und kann zum vierten Mal in Serie kanadischer Meister werden. Genau das Richtige für Titelsammler Müller. „Ich habe so viele Jahre bei Bayern in Europa gespielt, aber es war Zeit für ein Abenteuer. Ein Abenteuer ist aber nur spannend, wenn man um Titel spielen kann“, erklärte Müller. Am Samstag um 3.30 Uhr deutscher Zeit steht gegen St. Louis das nächste Heimspiel an. SID

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