FCB-FRAUEN

„Wir wollen das Double-Gefühl wieder erleben“

von Redaktion

Kapitänin Viggósdóttir über die Saison, Neu-Trainer Barcala und Arena-Spiele

FCB-Kapitänin Glódís Viggósdóttir (li.) bejubelt mit Georgia Stanway und Sarah Zadrazil die Meisterschaft. © IMAGO/Wagner

München – Glódís Viggósdóttir ist die Kapitänin und Abwehrchefin der Frauen des FC Bayern. Vor dem abschließenden Testspiel gegen Real Madrid am Donnerstag im Campus-Stadion (16 Uhr) spricht die 30-jährige Isländerin über die Ziele in der neuen Saison, den neuen Trainer José Barcala, die Konkurrenz in der Bundesliga und ihren auslaufenden Vertrag.

Glódís Viggósdóttir, wie lauten nach einem Double-Jahr die Ziele?

Das Double zu gewinnen, war ein großartiges Gefühl. Es war ein Meilenstein für uns als Team und für den ganzen Verein, weil es das historische erste Double war. Natürlich wollen wir dieses Gefühl am Ende der Saison wieder erleben. Außerdem wollen wir in der Champions League mehr erreichen. Ich bin sicher, dass wir dort besser abschneiden können als zuletzt.

Ihr neuer Trainer José Barcala hat erklärt, dass er sicher sei, dass der FC Bayern bald die Champions League gewinnen wird. Was fehlt noch?

Um die Champions League zu gewinnen, muss einiges zusammenkommen. Vor allem müssen wir in wirklich allen Spielen auf höchstem Niveau konstant sein. José bringt einige neue Ideen mit ein, was sehr gut ist. Denn wir wollen uns weiterentwickeln. Mit unserer Spielweise sind wir in der Mitte des Spielfeldes sehr dominant, jetzt wollen wir auch in beiden Strafräumen besser werden. Da können wir uns als Team noch steigern. Das kann uns auf das nächste Level bringen.

Wie ist Ihr Eindruck von José Barcala und welchen Fußball lässt er spielen?

Er ist Spanier, sein Stil ist logischerweise spanisch. Er möchte schönen Fußball spielen lassen. Wir Spielerinnen sollen uns mit dem Ball wohlfühlen, die Abstände zwischen den Spielerinnen sollen kurz sein. Als Mensch ist er sehr nett und bodenständig, man kann sich sehr gut mit ihm unterhalten.

Sehen Sie Parallelen zwischen Barcala und seinem Vorgänger Alexander Straus?

Die Art, wie sie über Fußball denken, ist ähnlich. Ich denke, beide stehen für die Art von Fußball, der zu unserem Stil geworden ist. Viele Pässe, enge Abstände, Ballbesitzfußball. Aber es gibt auch Unterschiede. Bei Alex ging es sehr darum, wie die Mannschaft funktioniert und als Team zusammenarbeitet. Bei José geht es jetzt auch ein bisschen darum, was jede Spielerin individuell für die Mannschaft leisten kann.

Mit Vanessa Gilles und Stine Ballisager wurden zwei international erfahrene Innenverteidigerinnen verpflichtet. Wird es künftig eine Option sein, mit einer Dreier-, bzw. Fünferkette in der Abwehr zu spielen?

Das ist eine Frage für den Trainer (lacht). Aber wir sind auf jeden Fall sehr stark in der Innenverteidigung aufgestellt und haben wie auf allen anderen Positionen einen harten Konkurrenzkampf. Das ist großartig! Genau diesen Konkurrenzkampf brauchen wir, wenn wir ein Top-Team sein und in der Champions League angreifen wollen.

Einen großen Umbruch gab es beim VfL Wolfsburg und Eintracht Frankfurt. Wer werden die stärksten Konkurrentinnen sein?

Die Kräfteverhältnisse sind nicht so einfach einzuschätzen. Aber ich denke schon, dass wieder Wolfsburg und Frankfurt unsere härtesten Konkurrentinnen sein werden. Auch Bayer Leverkusen, gegen die wir zum Bundesliga-Auftakt spielen, schätze ich stark sein.

Das Spiel gegen Leverkusen am 6. September wird in der Allianz Arena ausgetragen, Anfang August waren bereits mehr als 40.000 Tickets verkauft, ein neuer Zuschauerrekord für die Frauen-Bundesliga ist somit schon jetzt sicher. Was bedeutet Ihnen das?

Es zaubert einem wirklich ein breites Lächeln ins Gesicht, wenn man diese Zahlen sieht. Ich finde es großartig, dass schon jetzt so viele Fans ein Ticket haben und ich hoffe, es werden bis zum Spiel noch mehr. Das zeigt, was möglich ist.

Spüren Sie nach drei Meisterschaften in Folge den Druck, in der Bundesliga von allen anderen Teams gejagt zu werden?

Ich denke, den größten Druck machen wir uns sowieso selbst. Wir sind ein sehr ambitioniertes Team in einem sehr ambitionierten Verein. Unser Ziel war es, national ganz nach oben zu kommen. Jetzt sind wir dort und wollen dort bleiben.

Ihr Vertrag läuft im Sommer 2026 aus. Stehen bald Gespräche wegen einer Vertragsverlängerung an?

Noch nicht. Aber ich bin sehr glücklich beim FC Bayern. Ich bin gespannt, was passiert.

INTERVIEW: CHRISTIAN STÜWE

Artikel 1 von 11