Kampf ums FCH-Tor: Ramaj (r.) und Müller. © IMAGO/Agüera
Strafraumstürmer: Nelson Weiper trifft für Mainz. © Silz/dpa
HSV-Maskottchen Hermann. © Stegemann/imago
Gladbacher Frieden: Neuhaus und Virkus. © IMAGO/Paeffgen
Der neue Heilsbringer? Malik Tillman. © Hölter/imago
Jobe Bellingham will beim BVB angreifen. © Strauch/EPA
Steht er wieder auf? Stuttgart-Star Nick Woltemade. © Bernd Feil/m.i.s./imago
Wird überall gebraucht: Serge Gnabry. © Matzke/sampics
Das Warten hat ein Ende: Nach 97 Tagen Pause eröffnen Bayern und Leipzig heute Abend (20.30 Uhr/Sky und Sat.1) die neue Saison. Und schon jetzt herrscht Chaos, Katerstimmung und ganz viel Krawall. Hier kommen die Charakterköpfe der Bundesliga 2025/26.
FC Bayern
Serge Gnabry: Hoffentlich verletzt sich beim FC Bayern niemand! Nach den bitteren Ausfällen von Musiala, Davies und Ito ist der Kader reichlich ausgedünnt. Aber keine Sorge: Vorne gibt es ja genug Optionen: Fällt Kane aus, ersetzt ihn Gnabry. Und für den linken Flügel steht zum Glück Serge Gnabry als Backup bereit. Und falls sich – Gott bewahre – Michael Olise verletzt, gibt es ja noch: Gnabry! Blöd nur, dass besagter Gnabry aktuell in der Stammelf eingeplant ist – als Ersatz für Musiala.
Bayer Leverkusen
Malik Tilmann: Der König ist tot, es lebe der König! So ähnlich dürfte sich Malik Tillman derzeit bei Bayer Leverkusen fühlen. Satte 35 Millionen Euro – Vereinsrekord! – investierte der Werksclub in den Wirtz-Nachfolger. Der ehemalige Bayern-Nachwuchsspieler will nach seinen Stationen bei den Glasgow Rangers und der PSV Eindhoven nun beweisen, dass er auch in der Bundesliga bestehen kann.
Eintracht Frankfurt
Markus Krösche: Die menschgewordene Gelddruckmaschine der Bundesliga arbeitet in Frankfurt. Seit seiner Ankunft 2021 hat der Sportvorstand ein sattes Transferplus von 120 Millionen Euro eingespielt. Jüngstes Beispiel: Ekitiké ging für 95 Millionen Euro nach Liverpool, Doan und Burkardt kamen für je 21 Millionen Euro an den Main. Die junge hungrige Eintracht möchte wieder für Furore sorgen, dann wäre der nächste Mega-Deal nicht weit.
Borussia Dortmund
Jobe Bellingham: Ein Bellingham in Dortmund – das kann doch nur gut werden, oder? Der jüngere Bruder von Jude erinnert in seinen Bewegungen an den Superstar von Real Madrid. Jude fiel letzte Saison vermehrt mit verbalen Entgleisungen auf, als Stadionmikrofone wiederholt den Ausruf „Fuck off!“ einfingen. Gut möglich, dass Jobe beim Blick auf die – schmeichelhaft ausgedrückt – zurückhaltende BVB-Transferpolitik (rund 42 Mio. Euro für zwei Spieler und eine neue Küche) dieselben Worte wählt.
SC Freiburg
Noah Atubolu: Noah … wer? Den jungen Freiburger Stammtorhüter muss man spätestens seit diesem Frühsommer auf dem Zettel haben. Zu-null-Rekord in der Bundesliga, U21-EM-Finale und Rekordtorhüter beim DFB-Nachwuchs: Der Weg von Atubolu ging zuletzt steil bergauf. Der Anruf von Julian Nagelsmann ist wohl nur noch eine Frage der Zeit.
Mainz 05
Nelson Weiper: Nach einer tollen U-21-EM (vier Tore in sechs Spielen) sorgt der Angreifer jetzt auch beim FSV für Wirbel. Weil sich das Sturmjuwel bislang weigert, seinen auslaufenden Vertrag zu verlängern, schmiss ihn Mainz vor dem Pokalspiel in Dresden kurzerhand aus dem Kader. Die halbe Bundesliga wird sich schon die Hände reiben.
RB Leipzig
Timo Werner: Kennen Sie den noch? Einst Deutschlands heißeste Sturm-Aktie und unfreiwillig Namensgeber eines Ballermann-Songs, ist der 29-Jährige mittlerweile auf dem Leipziger Abstellgleis gelandet. Macht Werner wenig aus, wird er doch fürs Nicht-Spielen fürstlich entlohnt, von zehn Millionen Euro Jahresgehalt ist die Rede.
Werder Bremen
Horst Steffen: Man braucht das Wort so selten, dass man erstmal googlen muss: Vorleid, so heißt das Gegenteil von Vorfreude – und so lässt sich die Stimmung bei Werder Bremen beschreiben. Schließlich hat der Verein um den neuen Coach Horst Steffen die Meisterleistung vollbracht, nach einem völlig soliden achten Platz alles falsch zu machen. Trainer Werner ist weg, Topscorer Ducksch ebenfalls (für zwei Mio. Euro nach England, dort geben sie sonst mehr für den Wasserträger aus) und im Pokal ist man natürlich auch rausgeflogen.
VfB Stuttgart
Nick Woltemade: Auch wenn die Saga vielleicht schon nervt: An Nick Woltemade kommt man an dieser Stelle einfach nicht vorbei. Nach dem – Stand jetzt – geplatzten Bayernwechsel wird der U21-Nationalstürmer beim VfB künftig unter dem Brennglas auf Torejagd gehen. Bestätigt „Big Nick“ seinen Ruf als „Woltemessi“? Oder wird er doch eher zum „Woltemarin“? Letzteres angelehnt an Marko Marin: einst gehypt, dann ziemlich schnell vom Radar verschwunden.
Borussia Mönchengladbach
Don Rollo & Flo Neuhaus: Füllten das Sommerloch ähnlich unterhaltsam wie einst Lothar Matthäus zu besten Zeiten. Nachdem Ex-Löwe Neuhaus auf Mallorca mit 1, 2, 3 oder sogar 4 Promille im Blut dabei gefilmt wurde, wie er Geschäftsführer Roland Virkus als „schlechtesten Manager der Liga“ betitelte und sein üppiges Gehalt von vier Millionen Euro preisgab, wurde der Mittelfeldmann rausgeschmissen – allerdings nur für vier Wochen. Jetzt soll wieder alles gut sein.
VfL Wolfsburg
Paul Simonis: No-Name-Trainer übernimmt graue Wölfe. Auf den ersten Blick passt der Niederländer perfekt zum VfL. Wolfsburgs letzte Bundesliga-Platzierungen lesen sich so spannend wie ein Kochbuch: Platz 12, Platz 8, Platz 12, Platz 11. Mit dem neuen Coach soll nun alles besser werden. Geht ja auch gar nicht anders bei einem Club, der in den vergangenen fünf Jahren satte 110,45 Mio. Euro (nur Bayern war spendabler) aus dem Fenster schmiss aus. Oder???
FC Augsburg
Sandro Wagner: Der gerne polternde Nagelsmann-Schatten verlässt den DFB und heuert im beschaulichen Augsburg an. Nach der ersten Pokalrunde und einem 2:0-Sieg bei Regionalligist Halle schwärmte Wagner davon, seine Mannschaft habe „Eier“. Nicht auszudenken, welche anatomischen Vergleiche bei einem Erfolg in der Bundesliga gezogen werden. Die Fans der grauen Bundesliga-Maus sind begeistert von der Art Wagners. Kann der ehemalige Bayern-Stürmer die eingestaubte Puppenkiste wieder zum Leben erwecken?
Union Berlin
Steffen Baumgarts Mütze: Wird nach jeder Niederlage wütend vom Trainer auf den Boden geschmissen – es droht eine harte Saison für alle Spieler und Kopfbedeckungen des Union-Coachs. Zum Glück muss sie ja nur bis zur Entlassung im Oktober durchhalten.
FC St. Pauli
Oke Göttlich: Der Präsident des FC St. Pauli hat nicht nur den besten Namen der Welt, sondern steht auch öffentlich für die Werte des Kiezclubs ein. Mit dem wieder aufgestiegenen HSV ist nun der größte Widersacher Paulis in der Bundesliga – wir dürfen uns auf göttliche Statements von Oke freuen.
1899 Hoffenheim
Roger Wittmann: Die wichtigste Figur der letzten Jahre darf diese Saison gar nicht mehr ins Stadion: Roger Wittmann, Chef der Berateragentur „Rogon“ war mit der TSG Hoffenheim derart eng verbunden, dass er die Transfers der letzten Jahre quasi im Alleingang durchgeprügelt hat. Das Problem: Die Neuzugänge waren alles andere als erfolgreich – weshalb Wittmann vor die Tür gesetzt wurde und jetzt sogar Stadionverbot hat.
1. FC Heidenheim
Diant Ramaj: Nanu, was war da denn los? Am so ruhigen Bundesligastandort Heidenheim gab es in der Vorbereitung plötzlich Zoff. Die Schwaben verpflichteten Torhüter Diant Ramaj als neue Nummer eins, Vorstandschef Holger Sannwald begründete den Transfer mit dem angeblichen Wechselwunsch des bisherigen Stammkeepers Kevin Müller in die MLS – den dieser öffentlich bestritt. Mittlerweile ist der Streit beigelegt. Doch Müller will Ramaj wieder aus dem Kasten verdrängen.
1. FC Köln
Lukas Kwasniok: Den ganz normalen Wahnsinn beim Aufsteiger erlebte der neue Trainer des 1. FC Köln direkt im ersten Pflichtspiel: 2:1-Sieg im DFB-Pokal bei Drittligist Jahn Regensburg – nach Toren in der sechsten und achten Minute der Nachspielzeit. So soll es weitergehen. Seit Jahren pendelt der „Eff-Zeh“ zwischen der 1. und 2. Bundesliga. Kwasniok, der als offen, ehrlich und direkt gilt, soll für Stabilität sorgen – und Spektakel.
Hamburger SV
Dino Hermann: Sieben lange Jahre hat es gedauert, bis der einstige Bundesliga-Dino HSV endlich wieder in der Beletage angekommen ist. Doch die Vorzeichen dafür, dass er auch ähnlich lange im Oberhaus verleiben darf, stehen schlecht. Beinahe-Pokalblamage, eine Vorbereitung mit fünf Niederlagen und 2:14 Toren: Maskottchen Hermann sollte die Reiserouten nach Fürth und Co. nicht zu tief im Handschuhfach verstauen.JO, VT, MBU