Die Generalprobe: Alcaraz in Cincinnati. © AFP
Das letzte Grand Slam Duell: Sinner in Wimbledon. © IMAGO
New York – Was ansteht: Der letzte Grand Slam des Jahres, die US Open. Und das schon zum 145. Mal. Damit ist das Spektakel in New York übrigens der Rekordhalter unter den Major-Turnieren, selbst Wimbledon bringt es seit diesem Sommer auf „nur“ 138 Auflagen. 128 Frauen und 128 Männer kämpfen ab Sonntag im Einzel um den Titel. Das Frauenfinale steigt am 6. September, tags darauf duellieren sich die beiden besten Männer im Arthur Ashe Stadium, das sich mit mehr als 23 000 Sitzplätzen größte reine Tennis-Arena der Welt nennen darf. Insgesamt 90 Millionen US-Dollar Preisgeld werden ausgeschüttet.
Die Favoriten: Bei den Männern definitiv Jannik Sinner oder Carlos Alcaraz. Oder doch jemand anderes? Die beiden Dominatoren sind weit enteilt. Bereits beim epischen Finalsieg von Alcaraz in Paris standen sie sich gegenüber, ebenso im Endspiel von Wimbledon, wo sich Sinner revanchierte. Selbst Grand-Slam-Rekordsieger Novak Djokovic scheint auf der zunehmend verzweifelten Jagd nach seinem 25. Majortitel nicht in Schlagdistanz. Hinter Sinners Leistungsfähigkeit stehen allerdings Fragezeichen: In Cincinnati musste er, geschwächt durch die Hitze, im Finale gegen Alcaraz aufgeben.
Wo Alexander Zverev steht: Der scheint aktuell recht weit davon entfernt, sich seinen Traum vom Grand-Slam-Titel zu erfüllen. Die mentale Krise, die er in Wimbledon offenbarte, wirkt überwunden, doch zuletzt machte der Körper Probleme. In Cincinnati klagte er über Schwindel. Die absolute Topform für einen Titel-Run hat der Hamburger voraussichtlich nicht. In der ersten Runde trifft er auf den Chilenen Alejandro Tabilo, die Nummer 126 der Weltrangliste. Das bisher einzige Duell gewann Zverev 2024 beim Masters in Rom im Halbfinale.
Die Frauen: Auch hier darf sich ein Duo die besten Chancen ausrechnen, auch wenn Aryna Sabalenka und Iga Swiatek der Konkurrenz nicht ganz so weit enteilt sind wie Sinner und Alcaraz. Sabalenka ist die Nummer eins der Welt und immer für einen Titel gut – für Swiatek hingegen spricht die Form. Die Polin gewann nach einer längeren Krise im Juli in Wimbledon und triumphierte zuletzt auch in Cincinnati.
Die Deutschen: Doppelexpertin Laura Siegemund, die in Wimbledon bis ins Viertelfinale vorstieß und beinahe Sabalenka schlug, will erneut im Einzel überzeugen. Australian-Open-Achtelfinalistin Eva Lys hat ebenfalls viel vor. Auch die deutsche Nummer eins Tatjana Maria steht direkt im Hauptfeld. Und dann ist da ja auch noch Hoffnungsträgerin Ella Seidel, die zuletzt in Cincinnati bis ins Achtelfinale gestürmt war. In der zweiten Runde der Qualifikation für New York bezwang die 20-Jährige die US-Amerikanerin Sachia Vickery 6:1, 6:2 und ist nur noch einen Sieg (gegen Destanee Aiava aus Australien) vom Hauptfeld entfernt.
Die Neuigkeit: Die Reform des Mixed-Wettbewerbs. Zahlreiche Doppelexpertinnen wie Siegemund waren plötzlich außen vor – stattdessen traten die Topstars in einem neuen Modus mit Show-Charakter über nur zwei Tage an. Anders als bei den Spezialisten kam das umstrukturierte Event bei den Fans super an, die Stimmung war in vollen Arenen bestens. Mit Sara Errani und Andrea Vavassori gewannen schließlich trotzdem zwei Doppelkönner den Titel.
Im TV: Die Übertragungsrechte liegen beim Streaminganbieter Sporteurope.TV. Zudem berichtet auch Sky. Boris Becker ist als Experte am Start.SID