Bei Rosenborg Trondheim gab es für Mainz eine 1:2-Niederlage. © Wold/AFP
Rosenborg – Trainer Bo Henriksen wollte nach dem späten Gegentreffer des FSV Mainz 05 beim 1:2 gegen Rosenborg Trondheim nicht nach Ausreden suchen. „Ich weiß es nicht und es ist mir auch egal, weil es nicht wichtig ist“, antwortete der Coach des Fußball-Bundesligisten etwas gereizt auf die Frage, inwieweit es eine Rolle gespielt habe, dass die erste Runde des DFB-Pokals bei Dynamo Dresden nur drei Tage zuvor stattfand.
Die Unruhe bei den Mainzern jedenfalls wächst. Nach dem Ansetzungsärger im Pokal und dem Wirbel um Sturmjuwel Nelson Weiper kassierten die 05er im Playoff-Hinspiel der Conference League nun auch den ersten sportlichen Rückschlag der Saison.
Allein die Leistung mit einer schwachen Offensive dürfte die Verantwortlichen alarmieren. Ausgerechnet ein Stoßstürmer wie der in das Regionalliga-Team ausgebootete Weiper hätte dem Angriff der Rheinhessen gutgetan.
Das Beste für die Mainzer war in Trondheim noch das Ergebnis. Denn der norwegische Rekordmeister war die bessere Mannschaft. Dank guter Paraden von Torwart Robin Zentner müssen die Mainzer im Rückspiel am Donnerstag (21.00 Uhr/SWR und sportschau.de) nur einen Ein-Tore-Rückstand aufholen. „Wir hatten ein bisschen Glück, dass wir nicht noch höher verloren haben“, räumte auch Henriksen ein und fügte hinzu: „Das Wichtigste für uns ist, dass wir noch im Rennen sind.“
Weiper fehlte dabei erneut im Kader. Der deutsche U21-Nationalspieler wird wohl nie wieder ein Pflichtspiel für die 05er bestreiten – zu verhärtet scheinen die Fronten zu sein. Weipers Vertrag läuft im kommenden Sommer aus. Der Club würde gerne verlängern, der Spieler nicht – zumindest noch nicht, was dem FSV offenbar missfällt. Denn ablösefrei ziehen lassen wollen die Mainzer den 20-Jährigen auch nicht.
Während sich die gesamte Offensive gegen eine kompakt stehende Trondheimer Elf schwertat, sorgte Nationalspieler Nadiem Amiri wie schon beim Siegtreffer zum 1:0 in Dresden für den einzigen wirklichen Lichtblick. Der Mittelfeldspieler traf in Norwegen mit einem Distanzhammer aus gut 25 Metern zur Führung.
Doch glücklich war der 28-Jährige nach der Begegnung trotzdem nicht, denn die Trondheimer drehten die Partie durch einen verwandelten Foulelfmeter kurz vor der Pause und einen Treffer in der 90. Minute. „Über mein Tor freue ich mich heute nicht wirklich, weil ich mit der Mannschaft erfolgreich Fußball spielen möchte“, betonte Amiri.
Doch viel Zeit zum Hadern bleibt nicht. Bevor das Rückspiel gegen Rosenborg ansteht, geht die Termin-Hatz der Mainzer schon am Wochenende weiter. Am Sonntag (15.30 Uhr/DAZN) empfängt der FSV zum Auftakt der Bundesliga-Saison den 1. FC Köln. „Ich denke, das Spiel gegen Köln wird im Vergleich ganz anders sein“, sagte Henriksen.