Immerhin: Organisatorisch haben es die deutschen Basketballer bei dieser Europameisterschaft vergleichsweise gut getroffen. Nach der Vorrunde in Tampere führt die Mission Gold Kapitän Dennis Schröder und Kollegen nur gut 400 Kilometer Luftlinie weiter. Nach Lettland, nach Riga, wo am 14. September der neue Champion gekürt wird. Hätte schlimmer kommen können. Schönen Gruß an Titelverteidiger Spanien, Griechenland oder Italien, die – Fangemeinde inklusive – aus Zypern in die EM-Hauptstadt umziehen müssen. Zur K.o.-Phase – im dümmsten Fall bleibt nur ein Spiel. Von Nachhaltigkeit wollen wir an dieser Stelle gar nicht erst sprechen.
So ist nun einmal die Realität. Seit dem Turnier 2013 in Slowenien ist der Dachverband FIBA Europe dazu übergegangen, sein Premium-Produkt über den Kontinent zu versprengen. Die Grundidee mag löblich sein. Man will den großen Basketball und seine Stars auch in kleine Nationen transportieren, die mit einem kompletten Turnier überfordert wären. Doch durch die Zersplitterung nimmt man dem Turnier auch seine Strahlkraft.
Die Vorrunde einer Europameisterschaft wirkt nicht wie das pulsierende Basketballfest. Sie wirkt nicht wie ein alles überstrahlendes Treffen der Besten. Sie hat den Hauch von isolierten Regionalmeisterschaften. Wer in Tampere etwa mit der deutschen Mannschaft mitfiebert, wird vom Geschehen in Limassol wenig Notiz nehmen – und umgekehrt. Heraus kommt ein logistisches Puzzle, doch es fehlt das klare Herz, ja die Seele des Turniers.
Das mag in der Endrunde anders werden. K.o.-Spiele haben ja ohnehin ihre eigene Faszination. Der sich zuspitzende Titelkampf wird die Eindrücke und Bilder transportieren, die das Turnier vorher nicht bieten kann. Aber es ist halt nur eine gute Woche – nicht viel, um ein echtes Basketballfest zu entfachen, das vielleicht auch auf Menschen ausstrahlt, die heute noch nicht zur eingefleischten Fangemeinde zählen.
Es ist ein Punkt, über den die FIBA Europe nachdenken sollte. Wie man das, durch den neuen Vier-Jahres-Rhythmus so aufgewertete EM-Turnier zumindest ein bisschen mehr bündeln – wie man ihr eben ein noch klareres Herz verschaffen kann. Bei der nächsten Auflage 2029 wird das noch nicht klappen. Die hat der Verband auch schon wieder munter über den Kontinent verstreut: Nach Estland, Griechenland, Slowenien und Spanien.