Bayern-Juwel fordert Weltmeister

von Redaktion

Litauens Hoffnung: Rokas Jokubaitis. © AFP

Tampere – Zu den Eigenheiten einer Europameisterschaft gehört die Sache mit der Unterkunft. Alle Teams logieren im selben Hotel. Daraus entspinnen sich spezielle Dynamiken. Manche gehen sich geflissentlich aus dem Weg, funkeln ihre Gegner böse an. Rokas Jokubaitis hingegen zählt zum Schlag der versöhnlichen Zeitgenossen. Mit seinem neuen Teamkollegen Andreas Obst feixte er munter über den Ausgang des heutigen Spiels (12.30 Uhr).

Maodo Lo erkundigte sich nach seinem Wechsel zu Kaunas über Trainer Tomas Masiulis, der Jokubaitis natürlich bestens bekannt ist aus Jugendjahren beim litauischen Topverein. „Auf dem Feld sieht es aus, als würden wir uns nicht mögen. Aber du kennst die Gesichter, du magst die Menschen. Es ist schön, hier zusammenzuleben“, sagt Rokas Jokubaitis im Gespräch mit unserer Zeitung.

Der 24-Jährige nutzt die EM zur Kontaktaufnahme mit seinen künftigen Mitspielern. „So ist es leichter rein zu kommen“, sagt er. Wohl und Wehen der Bayern hängen ja künftig zu großen Teilen an Rokas Jokubaitis und seinen telepathischen Fähigkeiten. Einen so kompletten Aufbauspieler – dazu in solch jungem Alter – hatte der FCB noch nicht. Eine starke Saison in München und der Mann generiert entweder eine Ablösesumme im womöglich siebenstelligen Bereich – oder er bleibt als Bayerns großer Star der Zukunft.

Das Potenzial sieht man dieser Tage auch in Tampere. Mit ihm auf dem Feld sieht Litauen aus, als könnte es doch eines der Schwergewichte ins Wanken bringen. Ohne ihn bestätigte sich die Haltung der Kritiker, die ein zu junges, zu wankelmütiges, zu schlecht besetztes Team erspähten.

Die Partie gegen seine zukünftige Wahlheimat Deutschland wertet Jokubaitis als „das Hauptspiel“ der Gruppe. Der Gewinner reist aller Wahrscheinlichkeit nach als Gruppensieger – und damit samt bester Chancen auf eine Medaille – weiter nach RigaANDREAS MAYR

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