Ex-Formel-1-Chef Bernie Ecclestone. © Salci/Imago
Ferrari-Star Hamilton versinkt im Mittelmaß. © ABACA/Imago
Zandvoort – Er war nie richtig weg und ist jetzt wieder voll da. Auch mit 94 Jahren nimmt Ex-Formel-1-Chef Bernie Ecclestone kein Blatt vor den Mund. Unserer Zeitung sagte er über die Personalrochaden in der Vollgasszene, über das stetige Heuern und Feuern: „Sie wechseln Leute aus, aber lösen nicht ihre Probleme.“
Auch für die Cadillac-Fahrerentscheidung hat er nur wenig Verständnis. Der Brite hätte nicht die beiden Alt-Stars Sergio Perez und Valtteri Bottas verpflichtet. Ecclestone: „Die Mischung aus alt und jung wäre besser gewesen. Also hätte ich Perez und einen jungen genommen. Warum nicht Mick Schumacher? Ich kann nicht verstehen, dass man ihn in der Formel 1 permanent ignoriert.“
Bei sport.de legt Ecclestone nochmal nach. Zunächst bekommt Lewis Hamilton sein Fett weg. Der siebenmalige Weltmeister habe in der Formel 1 „großartige Arbeit geleistet“, stellt Ecclestone klar: „Er hat die Formel 1 noch weiter vorangebracht mit seiner Art und seinen Leistungen.“ Aber für den 40-Jährigen sei nach der Saison die Zeit gekommen, „die Handschuhe abzulegen, stolz auf das Erreichte zu sein und zurückzutreten.“
Ecclestones Begründung: „Du wirst müde, und längst ist die Formel 1 nicht mehr das Einzige in seinem Leben. Ich denke, dass er seinen Fokus verloren hat. 20 Jahre sind eine lange Zeit und wir haben jetzt viele junge Fahrer in der Formel 1.“
Der ehemalige Chefvermarkter warnt Hamilton deshalb: „Es besteht auch die Gefahr, dass – wenn er ein weiteres Jahr oder anderthalb Jahre weiter macht und bis dahin nicht besser geworden ist –, die Menschen ihn und seine Leistungen vergessen.“
Den nötigen Respekt vor Hamiltons Leistungen jedenfalls scheint Ecclestone bereits verloren zu haben: „Das Peinlichste ist meiner Meinung nach für Lewis und Ferrari“, ätzt er weiter, „dass sie glaubten, er würde all die Dinge leisten können, die notwendig sind. Sie müssten enttäuscht sein, dass nicht geliefert wurde, was geliefert werden sollte.“
Wen er stattdessen im roten Auto sehen will? „Ich würde den Brasilianer Bortoleto nehmen, der meiner Meinung nach sehr gut werden wird, oder Isack Hadjar.“ Auch WM-Leader Oscar Piastri hebt Ecclestone positiv hervor: „Er erledigt den Job. Wenn er Fehler macht, weiß er, dass er sie gemacht hat und gibt nicht anderen die Schuld oder kommt mit Ausreden daher. Er stellt sicher, dass er die Fehler nicht wiederholt. Er ist nach Max Verstappen der beste Fahrer.“RALF BACH