ZUM TAGE

Alles arbeitet in Richtung Neuer

von Redaktion

Bald wieder im DFB-Tor?

Man muss an dieser Stelle wohl ein paar Einblicke hinter die Kulissen liefern: Interviews mit berühmten Protagonisten im Fußball – und auch deren Beratern – werden (leider!) nicht einfach spontan angefragt, geführt und veröffentlicht.

Stattdessen steckt dahinter meist eine lange Planung: Es geht um den Zeitpunkt des Interviews, um dessen Inhalt und mögliche brenzlige Passagen, die von Vereinen oder PR-Beratern im Nachgang autorisiert (und damit oft: rausgestrichen) werden. Kaum ein Satz wird einfach rausposaunt und quasi unfreiwillig veröffentlicht – sondern hinter nahezu jeder öffentlich gemachten Aussage steckt ein Kalkül.

Und so muss man auch im Falle des Interviews von Manuel Neuers Berater Thomas Kroth mit der „Frankfurter Rundschau“ davon ausgehen, dass nichts an diesem Interview dem Zufall überlassen wurde. Wenn Manuel Neuer fit sei und gefragt würde, werde er sicher nicht Nein sagen. Diese Aussage seines Beraters ist logischerweise mit dem Torwart abgestimmt und bedeutet: Der Ball liegt bei Julian Nagelsmann, der den Torwart für die WM 2026 nominieren soll.

Dass diese Bereitschaft, die dem Bundestrainer natürlich auch privat kommuniziert werden kann, nun öffentlich gemacht wurde, erhöht den Druck auf Nagelsmann. Denn auch der Zeitpunkt ist kein Zufall: Die DFB-Elf hat gerade eine unbefriedigende Länderspielpause hinter sich. Zwar war Oliver Baumann in beiden Spielen nicht das Problem, trotzdem erwartet die Nation von Nagelsmann, schnell die bestmögliche Mannschaft für die Weltmeisterschaft zu finden.

Ein Comeback Neuers wäre in den Augen vieler Fans wohl ein dringend benötigter Stimmungsaufheller, zumal der eigentlich als Nummer eins eingeplante Marc-André ter Stegen weiter an den Folgen einer Rücken-OP laboriert und währenddessen beim FC Barcelona aussortiert wurde. Aktuell arbeitet alles in Richtung Neuer – und jetzt macht seine Seite zusätzlichen Druck.

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