Enthüllungen wühlen Leichtathletik auf
Tokio – Am Ende der Dreharbeiten kann Eileen Demes sogar wieder lachen. Es habe ihr „sehr am Herzen gelegen“, über ihre verstörenden Erfahrungen zu sprechen, sagt die 400-m-Hürden-Sprinterin in einer Dokumentation der ZDF-Sendung Frontal (Dienstag, 21.00 Uhr oder in der Mediathek), in der sexuelle Übergriffe in der Leichtathletik behandelt werden. Das Schweigen nach Jahren zu brechen, sei „ein bisschen eine Befreiung“ gewesen. Was Demes, die bei der anstehenden WM in Tokio (13. bis 21. September) am Start sein wird, und andere Athletinnen durchmachen mussten, wühlt derzeit die deutsche Leichtathletik auf. Es geht um aufdringliche Liebesbekundungen, übergriffige Chats oder anzügliche Massagen. Trainer sollen dabei gezielt die Macht ihrer Position ausgenutzt haben, um sich ihren teilweise minderjährigen Athletinnen genähert zu haben.
Wieder Proteste bei der Vuelta
Castro – Der Kolumbianer Egan Bernal hat die wegen erneuter Proteste um acht Kilometer verkürzte 16. Etappe der Vuelta gewonnen. Weil drei Kilometer vor dem geplanten Ziel in Castro de Herville eine große Demonstration stattfand, wurden die Zeiten und der Sieger acht Kilometer vor der eigentlichen Ziellinie ermittelt. Zweiter im Sprint einer Ausreißergruppe nach 160 Kilometern wurde der Spanier Mikel Landa vor dem Franzosen Brieuc Rolland. Den vierten Platz belegte Nico Denz. Der Red-Bull-Profi Bull hatte 1:02 Minuten Rückstand auf den Sieger. Zuvor war er in der Ausreißergruppe einer der Aktivsten, gewann eine Berg- und eine Sprintwertung, ehe er am letzten Anstieg zum Alto da Groba den Anschluss verlor. Führender in der Gesamtwertung bleibt der Däne Jonas Vingegaard.