Jackson wollte unbedingt zum FC Bayern. © Insta
Uli Hoeneß schloss einen langfristigen Verbleib von Jackson quasi aus. © Lein/dpa
In Schieflage geraten: Um Neuzugang Jackson ist ein Streit entbrannt, bevor er beim FC Bayern überhaupt losgelegt hat. © Stiles/Imago
München – Das hatte sich Nicolas Jackson sicherlich anders vorgestellt: Der Stürmer wollte unbedingt zum FC Bayern, er und sein Management waren dafür sogar bereit, drei Millionen Euro der Leihgebühr (insgesamt 16.5 Mio.) aus eigener Kasse zu bezahlen. Irgendwas zwischen einer Kaufoption und -Pflicht wurde ausgehandelt – 40 Startelfeinsätze müsste Jackson dafür absolvieren – und ein anschließender Fünfjahresvertrag beim FC Bayern.
Nicht nur das darauffolgende Statement des Jackson-Beraters Ali Barat (“Dies ist mehr als ein Transfer. Es ist ein strategisches Statement“) zeigte: Nicolas Jackson möchte langfristig beim FC Bayern bleiben – nur scheinbar will das der FC Bayern nicht.
Anders sind Uli Hoeneß‘ Aussagen aus dem „Doppelpass“ nicht zu interpretieren: „Die macht er nie, da brauchen Sie sich keine Sorgen machen“, sagte Hoeneß in Bezug auf die 40-Spiele-Klausel. Beim FC Bayern war man nämlich über das unübliche Vorgehen des Jackson-Beraters, die Zahlen des Leihdeals in einer eigenen Pressemitteilung zu veröffentlichen, durchaus verärgert.
Hoeneß antworte darauf in seiner eigenen Weise und verpasste den Ambitionen Jacksons, auch über den Sommer 2026 hinaus beim Rekordmeister zu bleiben und womöglich Harry Kane zu beerben, einen herben Dämpfer. Zwar ist eine derart hohe Startelfzahl tatsächlich enorm unwahrscheinlich, dass der Vereinspatron diese Option aber kategorisch ausschließt, dürfte nicht gerade motivierend gewirkt haben.
Bislang antwortete die Jackson-Seite nur mit einem kryptischen Statement: „Viele reden, aber nur wenige sagen die Wahrheit. Unsere einzige Priorität ist das entscheidende Spiel Senegals um die WM-Qualifikation. Der Rest wird zu gegebener Zeit geklärt“, erklärte Diomansy Kamara, der ebenfalls Jackson berät.
Nun stellt sich die Frage: Wie geht Jackson mit dem Zoff um seine Person um, bevor seine Zeit beim Rekordmeister überhaupt richtig angefangen hat? Nach seiner Partie mit dem Senegal gegen den Kongo am Dienstagabend (nach Red.-Schluss) kehrte Jackson nach München zurück, am Freitag soll er rund um die Spieltags-Pressekonferenz offiziell vorgestellt werden.
Am Samstag könnte der Stürmer dann sein Debüt im FCB-Dress bei der Partie gegen Hamburg (18.30 Uhr, Sky) feiern. Ab da wird der Senegalese sein bestes geben, auf dem Platz zurückzuschlagen. Denn: Zumindest in Abwesenheit des verletzten Jamal Musiala dürfte Jackson bis Jahresende zu regelmäßigen Einsätzen kommen und Kane, Gnabry, Olise und Diaz entlasten.
Dabei könnte er – auch in Richtung Vereinsbosse – Werbung in eigener Sache betreiben. Einen festen Wechsel kann man ja auch ohne gezogene Kaufplicht verhandeln. V. TSCHIRPKE, M. BONKE