Privates Glück: Grozer mit seiner Frau Helena. © Instagram
Lautstarke „Brüder“: Grozer (li.) mit seinem Kumpel Erik Röhrs. © IMAGO
Der fliegende Altmeister: Bei Olympia in Paris führte Grozer die DVV-Auswahl bis in ein spektakuläres Viertelfinale gegen Frankreich. © IMAGO
Pasay City – Ausnahmespieler Georg Grozer ist wieder mit seinem besten Kumpel vereint. Gemeinsam mit Außenangreifer Erik Röhrs will der 40-Jährige bei der WM auf den Philippinen noch mal den ganz großen Erfolg schaffen. „Eine Medaille“ kommt es aus Grozers Mund. „Die Mannschaft hat ein Riesenpotenzial“, sagt er. Am Samstag starten die DVV-Männer in Pasay City gegen Bulgarien (11.30 Uhr MESZ/zdf.de) in das Turnier.
Der Diagonalangreifer genießt die Zeit mit dem Team und freut sich vor allem, dass Röhrs nach seiner Leidenszeit wieder dabei ist. „Ich habe meinen kleinen Bruder wieder zurückbekommen“, sagt Grozer.
Auf dem Weg zur überraschenden Olympia-Qualifikation im Herbst 2023 hatten sich die beiden das Zimmer geteilt. Es passte sofort. Doch statt dann auch den Lohn des Erfolgs bei Olympia in Paris zu teilen, musste Röhrs aus der Ferne zuschauen. Wegen einer Durchblutungsstörung musste er operiert werden und sogar um seine Karriere bangen.
„Ich war schon ein bisschen besorgt nach der OP, weil sowohl die Rippe, als auch ein, zwei Muskeln, die da anliegen, entfernt werden mussten. Dass ich vielleicht anders schlagen muss oder Schmerzen beim Schlagen habe oder vielleicht auch ein bisschen die Kraft beim Schlagen verliere“, erzählt Röhrs. Aber die Reha wirke Wunder.
Beim italienischen Club Vero Volley Monza konnte er schnell wieder einsteigen und steigerte sich in der Saison kontinuierlich. Und auch im Nationalteam bekommt er von Bundestrainer Michal Winiarski inzwischen viel Vertrauen. „Ich habe bei der VNL jedes Spiel angefangen und auch in der Vorbereitung viel gespielt. Das ist schon ein großer Schritt“, sagt der 24-Jährige.
Und dazu hat er jetzt den besten deutschen Volleyballer der vergangenen Jahrzehnte an seiner Seite. Schon Georg Grozers Vater spielte für die ungarische und deutsche Nationalmannschaft. Seine neue Frau Helena ist tschechische Nationalspielerin. Anfang Juni traf sie in der Nationenliga auf Stieftochter Leana Grozer.
„Das war magisch. Das war für unsere Familie etwas ganz Besonderes“, sagt Papa Grozer. „Das hat sie noch mal näher zusammengebracht.“ Die 18 Jahre alte Leana Grozer schaffte in dieser Saison ihren Durchbruch und war maßgeblich am Schweriner Meistertitel beteiligt. Bei der Frauen-WM wäre sie wohl auch dabei gewesen, hätte sie nicht eine Krankheit aus der Bahn geworfen. „Sie hatte eine Salmonellenvergiftung“, sagt Georg Grozer.
Doch jetzt gilt der ganze Fokus dem großen Turnier. Das Team hat sich im Vergleich zu Paris deutlich verändert. Lukas Kampa und Christian Fromm haben ihre Laufbahn in der DVV-Auswahl beendet. Johannes Tille wird Vater und Julian Zenger muss sich einer OP unterziehen.
Noch ist schwer einzuschätzen, wie weit die neue Truppe ist. Dass mit Grozer immer eine Überraschung drin ist, zeigte sich bei WM-Bronze 2014, nach der Olympia-Quali aber auch in Paris. Dort trieb das DVV-Team Olympiasieger Frankreich durch fünf epische Sätze.
Jetzt hat der Routinier auch wieder seinen „kleinen Bruder“ an der Seite. Ob er denn eigentlich aktuell einen Spitznamen habe, fragt Grozer Röhrs. „Opa“, sagt der. Der Kumpel darf das.DPA