Mal wieder Fischtown

von Redaktion

Kuriose EHC-Panne beim 3:4

München – Das Team des EHC Red Bull München hat sich personell stark verändert, doch bei seinem ersten Heimspiel erlebte es vor 9542 Zuschauern im SAP Garden eine Reise in die Vergangenheit. Denn zu Gast waren die Fischtown Pinguins, die seit Jahren unbeeindruckt ihren Stiefel herunterspielen. Sie haben funktionierende „special teams“, im Letten Krister Gudlevskis einen Top-Torwart und vorne ihren „Karawanken-Express“ und weitere vertraute Gesichter. Jan Urbas, einer der drei Slowenen, erzielte das Tor, das Bremerhaven nach 0:2-Rückstand mit 3:2 in Führung brachte und entscheidend war auf dem Weg zum 4:3 (0:1, 1:1, 3:1)-Sieg. Ein Grund für die Münchner Niederlage war, „dass wir nach starkem ersten Drittel nachgelassen haben“, wie EHC-Stürmer Tobias Rieder einräumte. Was den EHC zudem aus dem Konzept brachte, war ein Kuriosum. Folgendes trug sich in der 41. Minute zu: Veit Oswald drang ins Bremerhavener Drittel ein, wurde gefoult, die Schiedsrichter zeigten das Foul an, das Spiel lief weiter, München nahm Torhüter Niederberger für einen sechsten Feldspieler vom Eis – eine eigentlich gefahrlose Situation, denn wenn der Gegner an die Scheibe kommt, wird abgepfiffen. Oswald spielte also korrekt weiter, wollte passen, doch der Puck touchierte die Schlägerspitze des Gästespielers Vladimir Eminger und flutschte von dort aus 50 Metern ins leere EHC-Tor zum 2:2. „So etwas ist mir zum zweiten Mal in meiner Karriere passiert“, meinte Münchens Trainer Oliver David. Fischtown-Kollege Alex Sulzer: „Hatte ich schon als Spieler, insgesamt drei, vier Mal. Man will dann auf der richtigen Seite sein.“ Die DEL bestätigte im Nachgang aber: Das Tor hätte nicht gelten dürfen, da der Puck vom Gegner abgefälscht war.

Kapitän Patrick Hager reklamierte, meinte jedoch: „Wir haben trotzdem Chancen gehabt, zu gewinnen. Aber wir haben einige Alleingänge versemmelt und aus einem 5:3-Überzahlspiel nichts gemacht.“ Zudem vergab Taro Hirose einen Penalty (20.) Seit der 14. Minute hatte der EHC geführt (Gabriel Fontaine), Hirose baute auf 2:0 aus (29.). Danach waren die Norddeutschen dran durch Görtz (31.), Eminger (41.), Urbas (49.), Bennet Roßmy (57.). Brooks verkürzte noch auf 3:4 (59.). Oliver David war vom Gegner beeindruckt: „Sehr ruhig und strukturiert.“GÜNTER KLEIN

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