SCHRÖDER, WAGNER & CO.

Scharfschütze, Arbeitstier, Künstlerseele

von Redaktion

So ticken Deutschlands Basketball-Final-Helden privat

Gut gemacht, Papa: Schröder mit Ehefrau Ellen und seinen drei Kindern. © IMAGO/Trienitz

Schiedsrichter-Nervensäge und Zweikampf-Tier: NBA-Star Daniel Theis. © IMAGO/Wunderl

Riga – Ex-Bundestrainer Gordon Herbert hatte für diese besondere Gruppe ja ein eher eigenwilliges Bild im Kopf. Er teilte Deutschlands Basketball-Helden in „Rennpferde“ und „Schweine“ auf. Ganz so tierisch geht es bei Nachfolger Alex Mumbru nicht zu. Die Struktur des Weltmeisterteams hat der Spanier aber gerne übernommen. Unbestrittene Anführer sind Dennis Schröder, Schiedsrichter-Nervensäge Daniel Theis und Johannes Voigtmann. Die Leader der EM-Helden sind allesamt Familienmenschen. Den Papa nimmt zumindest Schröder, der beim DBB auch die Aufnahme der Familien ins Teamhotel erwirkte, sogar mit aufs Feld. Starke Aktionen feiert er gerne mit seinen Kindern Dennis jr., Imalia und Amiri.

Sportlich gibt es einen noch größeren im Team. Franz Wagner steht bei der EM in einer Reihe mit Luka Doncic & Co.. Doch der Berliner, der sein Privatleben gerne im Verborgenen hält, spielt lieber als dass er spricht. Aber fürs Schillernde hat er nun ja seinen Back-up aus Orlando an Bord. Über Tristan da Silva sagte MagentaSport-Experte Per Günther in den EM-Tagen: „Man darf ihm nicht in die Augen schauen, der Boy ist zu schön.“ Wahrscheinlich kein Zufall, dass der Münchner auch für den Hingucker auf der Tribüne sorgte. Seine Freundin, die Schauspielerin Gabriella Wright, war der spektakuläre Neuzugang im DBB-Tross. Auch sein Bruder Oscar ist übrigens in festen Händen. Der Bayern-Profi, der wie Tristan fünf Sprachen spricht, brachte seine Freundin Paula von seinem Engagement beim FC Barcelona mit.

Zumindest da kann Isaac Bonga nicht mithalten. Die stille Allzweckwaffe von Partizan Belgrad im deutschen Team gehörte, ähnlich wie sein verletzter Kollege Justus Hollatz, schon beim FC Bayern dem gar nicht so heimlichen Single-Club an. Was für ein Unterschied zu seinem einstigen Clubkollegen Andi Obst. Für den verschmitzten Münchner Scharfschützen ist, abgesehen natürlich von seinem Langzeitfan und Opa Dieter, vor allem seine langjährige Lebensgefährtin Ines der große Rückhalt. Nicht zu vergessen natürlich Peach, die Hündin, die beide in einem Urlaub auf Mauritius adoptierten.

Die große Künstlerseele des Teams ist Maodo Lo. Den Sohn einer Künstlerin zieht es abseits des Spielfelds in die Kultur. Tat er auch bei der EM, wo er die Freizeit gerne zum Sightseeing nutzte. Tat er auch bei seinem letzten Arbeitgeber in Paris oft und gerne. Nach dem Turnier zieht es ihn zu Zalgiris Kaunas, nach Litauen.

Johannes Thiemann ist, ähnlich wie Isaac Bonga oder Neu-Bayer Leon Kratzer, eher Kategorie Arbeitstier. Wobei der Japan-Legionär einst übrigens lieber Fußballer geworden wäre. Der Sohn eines Kameruners kickte unter anderem bei seinem Heimatclub in Neunkirchen. Doch dann schoss er in die Höhe und sollte verteidigen. War ihm zu langweilig. Zum Glück. RP

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