Stuttgart im Woltemade-Loch

von Redaktion

Hoeneß nach 1:3 in Freiburg: „Offensivspiel hat keine Entlastung gebracht“

Der „Ex“ jubelt derweil für Newcastle: Torjäger Nick Woltemade. © IMAGO

Derbyfrust: Es läuft nicht rund bei den in den letzten Jahren erfolgsverwöhnten Profis des VfB Stuttgart. © IMAGO

Freiburg – Voller Frust studierte VfB-Trainer Sebastian Hoeneß die Statistiken. Drei Gegentore in gut zehn Minuten beim 1:3 (1:0) beim zuvor punktlosen SC Freiburg werfen Fragen zum Defensivverhalten des VfB Stuttgart auf. Hoeneß kreidete jedoch insbesondere die Schwächen in der Offensive an. In der knappen Zeit bis zum Heimspiel am Freitagabend gegen den FC St. Pauli hat der VfB reichlich Redebedarf und Analysestoff.

„Unser Offensivspiel hat uns nicht die Entlastung gebracht, um die Freiburger zu beschäftigen. Unterm Strich waren es zu wenig Dinge, die wir mit dem Ball kreiert haben“, kritisierte Hoeneß. „Wir müssen mutiger spielen, wir müssen mehr investieren. Dinge, die uns stark machen, müssen wir wieder rausarbeiten.“

Nach einer enttäuschenden Vorstellung im Baden-Württemberg-Duell hinkt der DFB-Pokalsieger angesichts eines machbar wirkenden Auftaktprogramms zum Saisonstart in der Fußball-Bundesliga seinen Ansprüchen hinterher. Nur das knappe 1:0 gegen Borussia Mönchengladbach steht auf der Habenseite.

Lange hatte es in Freiburg nach einem Arbeitssieg ausgesehen. Das 1:0 per Hackentor des Ex-Freiburgers Ermedin Demirovic (20. Minute) schienen die Gäste über die Zeit retten zu wollen. Die Schwaben zogen sich in die Defensive zurück. Mit den Gegentoren von Igor Matanovic (81./90.+2/Foulelfmeter) und Derry Scherhant (86.) kippte die Partie. „Wir sind nicht zufrieden, überhaupt nicht zufrieden“, haderte Hoeneß nach der zweiten Auswärtsniederlage der Saison. „Das war unnötig.“

Mit dem ersten Gegentor sei irgendwie alles auseinandergefallen, haderte Kapitän Atakan Karazor. „Wir stehen nicht da, wo wir es uns erhofft haben. Jeder muss sich hinterfragen“, forderte der defensive Mittelfeldspieler. „Es ist wichtig, dass wir das Selbstvertrauen wieder aufbauen. Es kommt auf die Basics an, dass jeder für den anderen läuft, bis zum Spielschluss.“

Auch die Aussage von Demirovic, die Freiburger hätten den Sieg offenbar „ein bisschen mehr“ gewollt, klingt nach fehlenden Grundtugenden. „Es war einfach zu wenig“, sagte der frühere Torjäger des FC Augsburg.

Senkrechtstarter Nick Woltemade war Richtung Newcastle gewechselt und wurde beim 1:0 gegen die Wolverhampton Wanderers gleich zum umjubelten Matchwinner. Die Verpflichtung von Hyeon-Gyu Oh vom KRC Genk als Ersatz war kurzfristig gescheitert. Woltemades Nationalmannschaftskollege Deniz Undav verletzte sich am Knie und fällt mehrere Wochen aus.

So steht Demirovic als verbliebener klassischer Mittelstürmer der Schwaben zwangsläufig im Fokus. Ebenso wie die Frage, ob die Stuttgarter den Abschied von Woltemade und den Ausfall von Undav kompensieren können.SID

Artikel 1 von 11