Kurzurlaub für die Riga-Helden

von Redaktion

Bayerns WM-Basketballer Ende der Woche zurück – Saisonstart in neun Tagen

Hatten viel zu Feiern: Justus Hollatz (li.) und Andi Obst bei der WM-Gold-Party. © IMAGO/Wiedensohler

München – Gordon Herberts Kalender war schon wieder voll zu Beginn dieser Woche. Nach dem Training am Dienstagmorgen schaute eine Delegation der Schiedsrichter beim Meistercoach des FC Bayern vorbei. Besprechen, was so an Neuem zu erwarten sein wird in der neuen Saison. Die nimmt am 26. September mit dem Heimspiel gegen Aufsteiger Jena ihren Anfang. Und eigentlich hat Herbert selbst mit Blick darauf noch genug Fragezeichen im Kopf.

Seine vier gesunden Europameister weilen noch im Kurzurlaub. Leon Kratzer, Oscar da Silva und Justus Hollatz werden Ende der Woche zurückerwartet. Schwerstarbeiter Andi Obst darf die müden Glieder „noch ein paar Tage mehr“ erholen. Immerhin sind Nachkauf Stefan Jovic und Zugang Kamal Baldwin schon an Bord. Letzterem wollte Herbert nach dessen Turnier-Aus mit Georgien eigentlich auch noch ein paar Tage in die Heimat entlassen. Doch sehr zur Überraschung des Trainers lehnte Baldwin ab. „Er sagte, Coach, mein Platz ist jetzt in München“, erzählte der Bayern-Coach und schob feixend nach: „Die Deutschen sollten sich ein Beispiel nehmen.“

Immerhin ist durch Jovics Zusage eine der größten Sorgen beseitigt. Nach der schweren Verletzung von Rokas Jokubaitis (Kreuzbandriß) hat man einen Mann gefunden, der das Zeug hat, das Spielmacher-Ausnahmetalent aus Litauen zumindest weitgehend zu ersetzen. Wenn das Spiel mit dem serbischen Routinier auch ein etwas anderes sein wird. Es wird in den nächsten Tagen einer der zentralen Inhalte sein, den Matchplan entsprechend anzupassen. Und das möglichst schnell. Am 30. September kommt es schon in der Euroleague zum Wiedersehen mit Türkei-Coach Ergin Ataman. Zwei Tage später folgt die Garden-Premiere gegen Roter Stern Belgrad.

Nicht ausgeschlossen, dass die Bayern bis dahin auch noch mindestens ein neues Gesicht präsentieren. „Wir sind am Markt“, betonte Gordon Herbert. Noch so ein Punkt, um den die Gedanken des Trainers kreisen. Soll man Ersatz für den vorläufig verletzten Europameister Johannes Voigtmann holen? Hier könnte Trainingsgast Tibor Pleiß durchaus eine Option sein. Oder sollte man einen zusätzlichen Kreativspieler ins Boot holen? Oder doch eine jüngere Entlastung für die beiden angejährten Vladimir Lucic und Niels Giffey, die beide auch in der Vorsaison längere Zeit verletzungsbedingt fehlten?

Fragen, denen sich Herbert übrigens gerne stellt. Wehmut nach dem alten Job als Bundestrainer ist beim Kanadier auch während des Erfolgsrauschs von Tampere und Riga nicht aufgekommen. „Ich freue mich wahnsinnig für die Jungs“, sagte er, „aber ich habe mich im letzten Jahr entschieden, aufzuhören und ich würde die Entscheidung wieder so treffen.“ PATRICK REICHELT

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