London – Pünktlich zum Champions-League-Start kursieren wieder Fotomontagen des FC Chelsea. Bayerns Auftaktgegner am Mittwoch (21 Uhr, DAZN) wird aufgrund seiner unfassbaren Kadergröße seit dem Aus von Mäzen Roman Abramovich 2022 aufs Korn genommen. Kein Witz: Unter Ex-Trainer Graham Potter (September 2022 bis April 2023) hatten die Londoner so viele Spieler im Aufgebot, dass sogar die Umkleidekabine nicht Platz für alle bot. Bei Teammeetings mussten Stars sogar auf Sesseln am Gang sitzen. Und während Elf-gegen-Elf-Trainingsmatches fand auf dem Nebenplatz noch ein Neun-gegen-Neun statt.
„Das aktuelle Rekrutierungsteam arbeitet inzwischen aber bei Transfers mit dem Eigentümer Behdad Eghbali zusammen. In letzter Zeit sind sie sehr gut darin geworden, Spieler zu verkaufen“, erklärt Jack Rosser, Chelsea-Reporter der „Sun“. Im Transfersommer nahm der Verein 332,25 Millionen Euro durch Spielerabgänge ein. Alleine 16,5 Mio. Euro durch die Leihe von Stürmer Nicolas Jackson zum FC Bayern.
Mit 31 Profis ist der Kader im Vergleich zum auf 26 Mann ausgedünnten FCB-Aufgebot noch immer riesig. Doch mittlerweile ist wieder Plan statt Chaos beim FC Chelsea eingekehrt. Seit dem Triumph in der Conference League und der Club-Weltmeisterschaft in der Vorsaison lacht kein Gegner mehr über den Club. Auch der FC Bayern erwartet einen echten Brocken.
„Chelsea wird versuchen, das Spiel aus der Mitte heraus zu kontrollieren, aber das hängt ganz davon ab, wie gut sie körperlich mithalten können“, sagt Rosser. In der kurzen Saisonvorbereitung hätten die Londoner zwar „beeindruckende Leistungen“ gezeigt. Doch es gab bereits Anzeichen dafür, „dass sie noch unter den Nachwirkungen der Club-WM leiden“, so Rosser weiter.
Generell erwartet der Insider eine herausforderndere Spielzeit als die vergangene. In der letzten Saison hatte Chelsea zwei sehr unterschiedliche Kader für die Premier League und Europa. „Aber das Niveau der Champions League ist zu hoch, um Stars zu schonen“, meint Rosser. Nun müssen Offensivstar Cole Palmer („bei weitem ihr gefährlichster Spieler“) und Stützen wie die Sechser Enzo Fernandez oder Moises Caicedo häufig alle drei Tage liefern. „Aber auch Stürmer Joao Pedro hat gut losgelegt“, warnt Rosser vor dem Brasilianer, der im Club-WM-Finale gegen PSG (3:0) getroffen hatte.PK, BOK, VT