Kompany erwartet ein hohes Pressing.
München – Jonathan Tah stand gegen Hoffenheim im Fokus. In der neu formierten Viererkette war er der einzige Stammspieler der letzten Wochen, der auf seiner angestammten Position beginnen durfte.
Entsprechend selbstbewusst gab Tah im Stile eines Abwehrchefs Kommandos, übernahm große Teile des Aufbauspiels und rückte immer wieder weit nach vorne, um früh Bälle zu gewinnen und gegnerische Umschaltsituationen im Keim zu ersticken. Diese Spielweise birgt große Vorteile, aber auch ein großes Risiko: Wenn Tah den Ball früh gewinnt, kann der FCB das Spiel dominieren. Wenn Tah allerdings eines seiner Duelle verliert, entsteht hinter ihm eine große Lücke, in die der Gegner hereinstoßen und dort seine Konter ausspielen kann.
Hohes Risiko, hoher Gewinn – aber ist es das wert? Tah selbst erklärte nach dem Spiel, dass es zu dem Pressing keine Alternative gibt, weil es vom Trainer von jedem Spieler so gewollt ist: „Wir pressen Eins-gegen-Eins – und wenn mein Gegenspieler am Sechzehner ist, dann ist es meine Aufgabe, bis zum Sechzehner mitzulaufen“, erklärte der Abwehrspieler kurz und knapp.
Wie erfolgreich diese Spielweise sein kann, zeigten die letzten Wochen und der historisch gute Bundesligastart des FC Bayern. Welche Risiken sich aber ebenfalls ergeben, zeigte beispielsweise das Pokalspiel in Wiesbaden, wo der FC Bayern zu viele Umschaltsituationen zuließ und fast in die Verlängerung gemusst hätte.
Vincent Kompany kündigte zuletzt an, sein System beizubehalten und weiter verfeinern zu wollen: „Wenn das Team Erfolg hat, wird es im nächsten Spiel versuchen, das genau wieder zu erreichen und umzusetzen.“VT