Ein erster Mini-„Klassiker“

von Redaktion

Bayern-Frauen im Pokal zu Gast beim BVB – Spezielles Spiel für Schüller

FCB-Stürmerin Lea Schüller im BVB-Fanblock. © IMAGO/Fantini

München – Erst kürzlich postete der FC Bayern mal wieder Kinderfotos seiner Spielerinnen. Franziska Kett, Giulia Gwinn, Klara Bühl, Linda Dallmann, Alara und Sarah Zadrazil, sie alle trugen bereits in jungen Jahren Bayern-Trikots und drückten dem Rekordmeister die Daumen. Lea Schüller hingegen schlief nicht in Bayern-Bettwäsche, sie wuchs in Nordrhein-Westfalen als Fan von Borussia Dortmund auf. Frauenfußball wurde beim BVB damals noch nicht gespielt, die Frauen-Abteilung wurde erst 2020 gegründet. Die Dortmunderinnen stiegen in der Kreisliga A ein und sind nach vier Aufstiegen mittlerweile in der Regionalliga West angekommen. Nun stehen sie vor dem größten Spiel ihrer jungen Geschichte, am Montag treffen sie in der ersten Runde des DFB-Pokals erstmals auf die Frauen des FC Bayern (18:30 Uhr).

„Ich freue mich riesig auf das Spiel“, sagt Schüller: „Natürlich habe ich mich sehr gefreut, dass Dortmund aufgestiegen ist und ich hoffe weiterhin, dass es irgendwann auch ein Spiel Bayern gegen Dortmund in der Bundesliga geben wird. Ich freue mich auch besonders auf ein ausverkauftes Stadion, weil die Fankultur in Dortmund einfach etwas Besonderes ist.“

Der BVB hat für das Spiel im Stadion Rote Erde eine Sondergenehmigung erhalten, statt normalerweise 9999 dürfen 15 755 Fans die Partie vor Ort verfolgen. Selbstverständlich gehen die Bayern-Frauen mit ihrem mit Nationalspielerinnen gespickten Kader als große Favoritinnen in die Partie. Bei Dortmund verfügen lediglich vier Spielerinnen über Bundesliga-Erfahrung, der Rest sind junge Talente.

Ein normaler Drittligist ist der BVB dennoch nicht. Alle Spielerinnen verfügen über Profiverträge, das Ziel ist der schnellstmögliche Aufstieg in die Bundesliga. Ein Testspiel gegen Juventus Turin zur Saisoneröffnung ging zwar 0:4 verloren, die Borussia bereitete dem italienischen Meister aber durchaus Probleme. „Ich war sehr überrascht, wie gut Dortmund gegen eine Champions-League-Mannschaft mithalten konnte. Ich glaube, dass sie es uns sehr schwer machen werden, vor allem durchs Kämpferische“, warnt Schüller, die die Partie im Stadion verfolgte.

Auf der Trainerbank sitzt in Markus Högner Schüllers früherer Coach. Er trainierte sie bei der SGS Essen, bevor sie 2020 nach München wechselte. „Markus ist insbesondere ein guter Motivator“, sagt die Mittelstürmerin: „Er ist natürlich sehr erfahren aus der Bundesliga und kennt uns gut. In den letzten Jahren haben wir uns in Essen auch immer schwer getan.“ Bei den Männern ist das Duell als „Klassiker“ bekannt, bei den Frauen könnte nun der Grundstein für eine ähnliche Rivalität gelegt werden. Nicht nur BVB-Sympathisantin Lea Schüller ist gespannt, ob das gelingt.CHRISTIAN STÜWE

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