Wieder in seinem Element: Olympiasieger Zeidler. © dpa
Shanghai – Völlig ausgepumpt saß Oliver Zeidler kurz nach dem Zieleinlauf in seinem Boot und nickte zufrieden mit dem Kopf. Trotz nur kurzer Vorbereitung hat der 29-Jährige den deutschen Ruderern bei der WM in Shanghai eine Silbermedaille beschert. Im Einer-Finale musste sich der Olympiasieger von Paris ganz knapp dem griechischen Tokio-Olympiasieger Stefanos Douskos geschlagen geben. Damit verpasste Zeidler seinen vierten WM-Titel nach 2019, 2022 und 2023 um einen Wimpernschlag. „Ich bin sehr, sehr zufrieden. Ich war schon zufrieden, als ich das A-Finale erreicht habe nach acht Wochen Training. Dass ich hier jetzt mit Edelmetall nach Hause gehe, ist ein sehr schöner Bonus“, sagte Zeidler. Zuletzt hatte Deutschlands Sportler des Jahres 2024 den Fokus auf sein Studium gelegt und auf EM sowie Weltcup-Rennen verzichtet.
„Ich nehme jetzt ganz viel Motivation mit. Mit einer Goldmedaille hätte ich mir sagen können, acht Wochen Training reichen auch in Zukunft“, sagte Zeidler nach seinem Comeback auf internationaler Bühne. „Jetzt bin ich heiß auf die neue Saison, um mich da ordentlich vorzubereiten.“ Noch vor den Titelkämpfen in China hatte Zeidler seine Leistungsfähigkeit auf „90 bis 95 Prozent“ taxiert.
Die einzige WM-Goldmedaille für den Deutschen Ruderverband holte ein Para-Boot: Kathrin Marchand (Leverkusen) und Valentin Luz (Frankfurt) ruderten im Mixed-Doppelzweier der Klasse PR3 souverän zu Gold und stellten eine Weltbestzeit auf.DPA