Alex Megos wog im Teenager-Alter nur 45 kg. © IMAGO/Mandl
München – Deutschlands Kletterstar Alexander Megos (32) war als Teenager magersüchtig. Das verriet der zweimalige Olympia-Teilnehmer und Ausnahmeathlet im Felsklettern in einem Interview der Welt. Er sei als Kind „langsam reingerutscht“, sagte er. „Man realisiert das erst, wenn es schon zu spät ist. Mit 15 Jahren steckte ich da sicher schon drin.“ Irgendwann habe er nur noch 45 kg gewogen, schilderte der Franke, von dem Anfang Oktober die Autobiografie „Frei am Fels“ erscheint.
Unter der Essstörung habe auch sein Sozialleben gelitten: „Ich hatte keine Lust mehr, mich mit jemandem zu treffen. Ich saß zu Hause und hatte keine Lust, mich im Haus zu bewegen, weil es zu anstrengend war. Das komplette Dasein wurde zur Qual. Ich habe gehofft, einzuschlafen, damit die Nacht rumgeht und ich in dieser Zeit erst mal keinen Hunger verspüre.“ Er habe erst rund um seinen 18. Geburtstag eingesehen, dass er ein Problem habe. Inzwischen meint Megos, der drei WM-Medaillen sammelte: „Ich würde sagen, ich bin zu 98 Prozent geheilt.“
Magersucht ist im Klettersport grundsätzlich ein großes Thema. Extremer Kalorienmangel kann schwerwiegende Folgen haben wie Osteoporose, das Ausbleiben der Monatsblutung bei Frauen oder mentale Probleme.DPA