Die Fan-Feste stiegen in Dublins Pubs. © PHILPOTT/Imago
NFL-Boss Roger Goodell mit Steelers-Fans. © Lee/Imago
Bühne frei für die Football-Stars: Im legendären Croke Park gewannen die Steelers um Quarterback Aaron Rodgers (8) gegen die Vikings. Die Steelers werden als mögliches Team für die München-Partie gehandelt. © Geczo/IMAGO
München – „Zombie“ von The Cranberries dröhnt durch die Fitzsimons Temple Bar im berühmten Stadtviertel Dublins. Die Fans der Pittsburgh Steelers singen sich schon am Vorabend des Spiels warm und ölen die Stimmen mit Guiness. Vor dem Schloss ist ein riesiges Football-Feld aufgebaut, auf dem sich Fans als Kicker versuchen dürfen. Es gibt eine lange Schlange, wie so oft dieser Tage in Dublin. Ob vor den Fanshops oder den Kneipen wie dem Old Fashioned Sam´s, in dem „Football Bromance“ um Björn Werner und Patrick Esume zur Party eingeladen haben. Auf dem Liffey, der durch Dublin fließt, ist eine aufwendige Lichtshow installiert. Eine Meldung, die das rauschende Fest etwas trübt: Skylar Thompson, Ersatzquarterback der Steelers, wurde beim Ausgehen „angegriffen und ausgeraubt“, kam zum Glück aber ohne größere Verletzungen davon.
Abgesehen hiervon war die Stadt im Football-Fieber, Fans in unterschiedlichen Jerseys der NFL-Teams fluteten die verwinkelten Gassen. Die Steelers um Star-Quarterback Aaron Rodgers („Ich habe es geliebt. Die Fans waren fantastisch und die Stimmung hervorragend. Wenn es beim nächste Mal noch Guiness gibt, komme ich auch wieder“) und Kraftpaket D.K. Metcalf bezwangen die Minnesota Vikings. Und das alles im legendären Croke Park. Eigentlich wird hier Gaelic Football gespielt. Außer bei besonderen Anlässen. Taylor Swift war hier, Ed Sheeran, Queen Elizabeth II, Papst Franziskus – und am Sonntag eben die National Football League.
Die internationalen Spiele (ob London, München, Frankfurt oder bald auch Berlin, Melbourne, Rio de Janeiro) stehen im Zentrum der Wachstumspläne der Liga. Eine weltweite Expansion, der Sport soll weiter wachsen, überall bekannt werden, und dabei gibt es eben auch viel Geld zu verdienen (2024 über 23 Milliarden Dollar Umsatz).
Der deutsche Markt ist der mit am schnellsten wachsende für die NFL. Nach der Premiere in München mit Tom Brady 2022 ging es nach Frankfurt, zurück nach München und dieses Jahr erstmals ins Berliner Olympiastadion (9. November: Indianapolis Colts – Atlanta Falcons). Und Football-Fans in der bayerischen Landeshauptstadt dürfen sich freuen. Eine Rückkehr in die Allianz Arena für 2026 und 2028 gilt als so gut wie beschlossen.
„Wir sind in vielversprechenden Verhandlungen. Die Allianz Arena war bereits zweimal Gastgeber der NFL, und beide Male wurden es großartige Veranstaltungen, bei denen alle happy nach Hause gegangen sind“, sagt Jürgen Muth, Geschäftsführer der Allianz Arena unserer Zeitung: „In den USA und ganz Europa schwärmen die American-Football-Fans noch immer, wie das komplette Stadion ,Sweet Caroline‘ gesungen hat. München und die Allianz Arena haben sich als gutes Pflaster für die NFL weltweit einen Namen gemacht.“
München hat alle begeistert
Bis in die obersten Etagen des NFL-Büros in New York schätzen die Verantwortlichen die Atmosphäre in München. „Alle sind total begeistert von der Stadt“, sagt Alexander Steinforth, NFL-Deutschland-Boss, unserer Redaktion. Zum Glück dauert es nicht mehr lange bis zur nächsten Football-Party in der Allianz Arena …NICO-MARIUS SCHMITZ HANNA RAIF