Noch Platz für Les Lancaster?

von Redaktion

Verteidiger nicht lizenziert

Ein Auftritt für Red Bull – das war für Les Lancaster diese Saison nur bei einem Treffen mit Fans möglich. © Red Bull/City-Press

München – Ryan Murphy (32), den man als verlängerten Arm von Trainer Oliver David betrachten darf, fehlte am Sonntag beim 3:1-Sieg des EHC Red Bull München gegen die Iserlohn Roosters. Im SAP Garden weilte der Kanadier aber – was als gutes Zeichen gewertet wurde. „Er fühlte sich heute besser“, informierte David über Murphy, dessen Ausfallgrund der Club mit „Oberkörperverletzung“ angegeben hatte. Aus den Ausführungen des Coaches konnte man schließen, dass Ryan Murphy aus dem letzten Spiel (3:6 in Ingolstadt) mit einer Gehirnerschütterung gegangen war. Im Eishockey trifft es die Spieler häufig am Kopf, wie im jährlichen Verletzungsreport der Berufsgenossenschaft zu lesen ist. Mittlerweile gehen die Vereine mit „Concussions“, so der englische Begriff, vorsichtig um. „Wann Ryan wieder spielt, liegt weit außerhalb meines Einflusses“, sagt Oliver David. Die Ärzte entscheiden.

Unklar derzeit also, ob es eine „Short term“ oder „Long term“-Sache wird – doch ein Zeichen war, dass Oliver David im Iserlohn-Match darauf verzichtete, die verwaiste Stelle in der Abwehr mit dem Ersatzmann zu füllen, der ihm zur Verfügung gestanden hätte: mit Les Lancaster. Der 30-jährige Amerikaner steht beim EHC unter Vertrag, seit er in der Endphase der Saison 2023/24 nach München kam, war er Stammspieler. Er ist gesund, doch wurde in allen sechs Punktspielen der neuen Saison noch nicht berücksichtigt. Der EHC hat ihn auch nicht lizenziert. Und es ist nicht gesagt, dass er das tun wird, auch wenn Murphy länger fehlen sollte. Oliver David zur Zukunft von Lancaster: „Darüber ist noch nicht entschieden worden.“ Der EHC wartet ab, ob sich eine bessere Option findet, wenn demnächst in Nordamerika die Kader der Profiligen feststehen und enttäuschte Spieler sich vielleicht nach Europa orientieren.

Les Lancaster hatte 2022/23 für Ilves Tampere in Finnland groß aufgespielt, seine Qualitäten in München aber nicht bestätigen können. Die Kritik an seiner defensiven Nachlässigkeit (vorige Saison ein „minus acht“ in der Plus-Minus-Wertung, die Tore und Gegentore in Relation setzt) nahm er wahr, den Sommer verbrachte er – ungewöhnlich für einen Importspieler – bei seinem Club, um sich vorzubereiten. Oliver David lobte Lancasters Fleiß. Man wird ihm ein gutes Zeugnis ausstellen, falls er sich entschließen sollte, zu wechseln.GÜNTER KLEIN

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