Köln – Die Zukunft beginnt jetzt, findet zumindest Lamine Yamal. „Ich will ab sofort zeigen, dass ich der Beste bin“, sagte der Jungstar der FC Barcelona nach seiner „Niederlage“ bei der Ballon-d‘Or-Wahl, sein Vater hatte nach Rang zwei hinter Ousmane Dembélé sogar öffentlich gewütet. Ausgerechnet gegen Paris Saint-Germain erhält der 18-Jährige nun die Chance, es allen Kritikern zu zeigen – auch mit Blick auf die Preisverleihung 2026.
Das pikante Duell mit Dembélé fällt zwar aus, der PSG-Star fehlt im Topspiel der Champions League am Mittwoch (21.00 Uhr/DAZN) verletzt. So aber gehört Yamal ganz alleine die Bühne in Barcelonas Olympiastadion. Die neue Nummer 10 der Katalanen habe das Wahlergebnis „gut akzeptiert und ist motiviert, in dieser Saison zu zeigen, was er kann“, sagte Trainer Hansi Flick.
Die Erwartungen an Yamal sind groß: Seit 2015 wartet Barca auf den Henkelpott, damals hatte noch Lionel Messi die Fäden gezogen. Yamal hat nicht nur die Rückennummer des Argentiniers geerbt, sondern auch die riesigen Erwartungen. Schon in der vergangenen Saison hatte der Teenager Barca bis ins Halbfinale geführt, einem Endspiel gegen PSG stand damals Inter Mailand im Weg.
Geschafft hat Yamal seinen rasanten Aufstieg mit einer anderen Attitüde als Messi oder auch Cristiano Ronaldo, vor allem neben dem Platz. „Über Jahrzehnte hat uns der Fußball die Idee vermittelt, dass Größe durch Opfer und Demut entsteht“, hatte zuletzt die BBC geurteilt. Yamal hingegen stehe für „eine Jugendkultur, die ihren Ehrgeiz nicht verbirgt“, der spanische Nationalspieler sei „eher ein Popstar“ als ein traditioneller Fußballer.
Die umstrittene „Mafia“-Party zum 18. Geburtstag, als Yamal Kleinwüchsige zur Belustigung auftreten ließ, sei Ausdruck dieser Einstellung. Auch Sätze wie: „Ich träume nicht von einem Ballon d‘Or, ich träume von vielen. Wenn ich sie nicht bekomme, ist es meine Schuld.“ Selbstbewusste Töne, an denen er sich messen lassen muss – und will.SID