Auf der Überholspur

von Redaktion

Bayern hat nach Pafos-Party Hoffnung auf den Henkelpott

Hand drauf, gut gemacht: Joshua Kimmich gratuliert Harry Kane mit speziellem Gruß zum 1:0. © IMAGO/Nieberga

Früh die Richtung vorgegeben: Raphaël Guerreiro traf in der 20. Minute in Pafos zum 2:0. © Kneffel/dpa

Pafos – Jan-Christian Dreesen war nach dem 5:1 (4:1) seiner Bayern gegen den FC Pafos bester Laune. Und weil Stadionsprecher Stephan Lehmann nach Abpfiff zu lange im Stau stand, übernahm der Vorstandschef kurzerhand die Moderation beim Champions-League-Bankett, begrüßte die Gäste und überbrückte die Zeit bis zum Eintreffen der Mannschaft gewohnt launig. Danach startete der CEO seine klassische Bankett-Rede und frohlockte: „Wir haben eine Stimmung und einen Spirit in diesem Team – das ist außerordentlich und macht wahre Freude. Es springt rüber in den gesamten Club. Das ist toll!“

Als Torschützen war auf Zypern nicht nur auf Doppelpacker Harry Kane (15., 34.) Verlass, sondern auch auf die reinrotierten Raphael Guerreiro (20.) und Nicolas Jackson (31.) sowie Michael Olise (68.). Egal ob Stammkraft oder Einwechselspieler – beim Rekordmeisters stimmt es aktuell in allen Mannschaftsteilen. Das hat auch Joshua Kimmich festgestellt, der in den vorherigen Spielen zweimal von der Bank startete. „Dann hast du am nächsten Tag Spiel-Ersatztraining. Und die Stammspieler erwarten dann natürlich, dass die Spieler aus der zweiten Reihe auch da Gas geben, damit sie immer bei 100 Prozent sind.“

Neben diesem Teamgeist ist auch das Selbstbewusstsein ein Erfolgsfaktor. „Es gibt keinen, der es irgendwie locker angeht oder einen Höhenflug hat. Ich finde es ein sehr gesundes Selbstvertrauen aktuell“, erklärte Kimmich. Das Momentum haben sich die Bayern in seinen Augen daher hart erarbeitet: „Ich habe in der Umkleidekabine gesagt, dass dieser Schwung, den wir derzeit haben, nicht zufällig entstanden ist. Es liegt nicht daran, dass die Gegner schlecht sind, sondern daran, dass wir jeden Tag hart an unserer Grundlage und unseren Prinzipien arbeiten. Jeder ist bereit, wenn er gebraucht wird.“

Darum werden die Henkelpott-Träume langsam etwas lauter. Als Bayern-Cheftrainer Vincent Kompany auf einen möglichen Titelgewinn angesprochen wurde, meinte er: „Ich habe vor dem ersten Spiel ganz klar gesagt, dass unser Traum ist, dabei zu sein und eine Chance zu haben, sie zu gewinnen. Die Champions League zu gewinnen ist sehr schwierig. Wir müssen uns darauf konzentrieren, einfach das nächste Spiel zu gewinnen.“ Der Belgier vertraue jedem Spieler in seinem Kader zu 100 Prozent: „Alles, was wir erreichen, erreichen wir nur durch unsere Mannschaft.“

Und wie geht es für die Über-Bayern weiter? Kimmich hat einen konkreten Plan: „Es ist zwar noch früh in der Saison, aber wir sind Tabellenführer – zumindest im Moment. Das liegt auch an solchen Leistungen und am Torverhältnis. Unser Ziel ist klar: Wir wollen die Playoffs vermeiden, anders als in der vergangenen Saison.“ Natürlich hätte man laut dem Mittelfeldspieler gesehen, dass man den Titel auch über die Playoffs gewinnen könne: „Paris hat es gezeigt. Aber es ist schon besser, wenn man das vermeiden kann, weil man sonst vielleicht direkt auf einen Top-Gegner trifft.“ Doch selbst gegen solche Kaliber können die Bayern mit breiter Brust auftreten.MANUEL BONKE, PHILIPP KESSLER

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