Die Löwen zeigen Moral

von Redaktion

Nach 0:2 – 1860 erkämpft sich in Überzahl ein 2:2

Die Erlösung bei Hobsch und Pfeifer. © Leifer/Imago

Engagiert: Alper Kayabunar. © Leifer/Imago

Kevin Volland musste verletzt raus. © Sampics/Matzke

Patrick Hobsch köpfte zum Ausgleich. © Hoerma/Imago

München – Sebastian Schäch hatte eine Vorahnung. Kurz vor dem Anpfiff des Löwen-Heimspiels gegen Köln am Mittwochabend richtete der Stadionsprecher seine Worte an das Publikum im Grünwalder Stadion: „Wir müssen zusammenhalten. Auch wenn die Mannschaft verunsichert ist, bitte pfeift nicht!“ Die Fans gehorchten, peitschten die Mannschaft trotz frühem 0:2-Rückstand nach vorne. Der Lohn: Zumindest die Niederlagenserie der Sechzger ist beendet – 2:2 hieß es nach 90 turbulenten Minuten.

„Schläge in die Fresse“

Die ersten Minuten an diesem kühlen Oktoberabend fühlten sich aus Löwensicht wie die Fortsetzung eines seit zwei Wochen andauernden Albtraums an. Keine drei Minuten waren absolviert, als Maximilian Wolfram den Ball im eigenen Strafraum an den ausgestreckten Arm bekam – Elfmeter für Köln. Lex Tyger Lobinger ließ René Vollath (vertrat den angeschlagenen Thoas Dähne) keine Chance, das frühe 0:1. Die Sechzger mussten sich davon noch erholen, da klingelte es schon wieder. Ex-Löwe Tim Kloss mit einem feinen Steckball auf David Otto – das 0:2 in der achten Minute. “Das waren zwei Schläge in die Fresse zu Beginn. Normalerweise brichst du da ein. Deswegen können wir heute maximal stolz sein“, betonte Vollath nach dem Spiel.

Kurioserweise wurde das Spiel der Hausherren erst besser, als sie mit Kevin Volland ihren bis dato auffälligsten Mann verletzungsbedingt verloren. Der eingewechselte Sigurd Haugen nämlich war es, der der Löwen-Offensive frischen Wind einhauchte. Eine Minute nach seinem Kopfball an die Torlatte holte der Norweger die Gelb-Rote Karte für Kölns Lars Dietz heraus (36.). In Handball-ähnlicher Manier kombinierte sich 1860 fortan um den Strafraum der Kölner herum. Max Christiansen hatte irgendwann genug gesehen, zog aus 20 Metern ab, Traumtor – das 1:2.

Interimscoach Alper Kayabunar rüstete sein Team für das sich anbahnende Powerplay in Hälfte zwei, brachte Patrick Hobsch für den jungen Clemens Lippmann. Sieben Minuten belohnte ihn der Edeljoker dafür, köpfte nach feiner Vorarbeit von Manuel Pfeifer zum 2:2 ein. Danach agierten die Löwen wie entfesselt – und hatten doppelt Pech. Erst wurde das vermeintliche 3:2 von Florian Niederlechner aberkannt. Referee Lukas Benen hatte in der Entstehung ein Handspiel von Marvin Rittmüller gesehen. Eine Minute später forderte das Stadion nach Foul an Niederlechner Elfmeter für Sechzig. Die Pfeife des Schiedsrichters blieb stumm.

1860 rannte in der Schlussphase an, der Siegtreffer wollte nicht mehr gelingen. Dennoch: Die gestürzten Löwen haben sich ein Stück weit wieder aufgerappelt. „Wir haben heute Moral gezeigt, das war eine deutliche Leistungssteigerung“, betonte Dulic.MARCO BLANCO UCLES

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