Löwen im freien Fall

von Redaktion

0:1-Pleite in Wiesbaden – Sechzig taumelt dem Tabellenkeller entgegen

Weitestgehend abgemeldet: Florian Niederlechner (re.) konnte keine Akzente setzen. © Volz/Imago

Viel Stückwerk: Sean Dulic und seine Abwehrkollegen hielten in Wiesbaden lange Zeit die Null, für einen Punktgewinn reichte es jedoch nicht. © Volz/Imago

Wiesbaden – Alle Jahre wieder: Der Herbst-Blues hat den TSV 1860 auch heuer weiter fest im Griff. Am späten Sonntagnachmittag in Wiesbaden präsentierten sich die Löwen wie so häufig in den letzten Wochen offensiv über weite Strecken erschreckend harmlos. Völlig verdient setzte es die vierte Pleite in den letzten fünf Partien – 0:1 bei Wehen Wiesbaden.

Dass 1860 auch bei den Hessen leer ausgehen würde, war in der Anfangsviertelstunde nicht zwingend abzusehen. 1860 presste die Wiesbadener bereits an deren Strafraum und hatte nach einem hohen Ballgewinn durch Sigurd Haugen die erste gute Chance der Partie. Der Schuss des Norwegers wurde jedoch abgefälscht und zischte knapp am Gehäuse der Hessen vorbei (12.). Drei Minuten später hatten die Löwen Dusel, als der feine Schlenzer von Wiesbadens Nikolas Agrafiotis auf dem Querbalken landete. Bis auf den kläglichen Abschluss von Niklas May, der plötzlich alleine vor René Vollath (vertrat erneut den angeschlagenen Thomas Dähne) auftauchte, bot die erste Hälfte keine weiteren Highlights.

Ein Aufbäumen? Mehr Offensivaktionen der Löwen? Kreative Momente im Spiel des kriselnden Drittliga-Dinos? Nichts davon war zu sehen. Stattdessen wurden die Hausherren immer stärker, drängten die Sechzger hinten rein und kamen zu guten Chancen. Agrafiotis hätte Wiesbaden bereits kurz nach dem Seitenwechsel in Führung bringen müssen, vergab jedoch freistehend vor Vollath. Bis auf wenige Ausnahmen – Thore Jacobsen, Max Christiansen & Sean Dulic – agierten die Löwen viel zu ängstlich, kamen in beinahe jedem Zweikampf zu spät.

Erst in der Schlussphase erwachte 1860 – und kassierte ausgerechnet in seine beste Phase den späten Nackenschlag. Den Versuch von Fatih Kaya konnte Vollath aus kürzester Distanz noch parieren, im Nachschuss jedoch war der eingewechselte Moritz Flotho zur Stelle und traf zum hochverdienten 1:0. Sechzig geschockt, und dennoch mit zwei brandgefährlichen Offensivaktionen kurz vor Schluss. Erst wurde der vermeintliche Ausgleich durch Florian Niederlechner zurecht wegen Abseits zurückgepfiffen, Sekunden danach scheiterte der glücklose Routinier am Pfosten.

Die Löwen taumeln weiter führungslos dem Tabellenkeller entgegen. Eine heiße Länderspielpause steht in München-Giesing bevor.MARCO BLANCO UCLES

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