Frustrierter Leclerc erwägt Abschied von Ferrari

von Redaktion

Titel-Traum mit der Scuderia nicht erfüllbar – Mercedes und McLaren buhlen um F1-Star

Cockpit-Tausch? Leclerc will Ferrari verlassen und Piastri hat Zoff mit McLaren. © IMAGO

Maranello – Im italienischen Blätterwelt rauscht es wieder gewaltig. Ferrari-Teamchef Fred Vasseurs Stuhl soll trotz gerade erst erfolgter Vertragsverlängerung schon wieder wackeln – und Pilot Charles Leclerc (28) denkt darüber nach, die Scuderia sitzen zu lassen. Sein Traum, mit Ferrari endlich Weltmeister zu werden, erscheint unrealistischer denn je. Und der Monegasse will nicht seine gesamte Karriere aufs Spiel setzen, wenn Maranello ihm weiterhin kein Siegerauto liefert. Genau das war seit seinem Einstieg 2019 nie der Fall.

Laut italienischen Medien baue sich Leclercs Manager Nicholas Todt deshalb jetzt ein regelrechtes Netzwerk an Alternativen auf. Im Zentrum der Spekulationen: Mercedes und McLaren. Leclerc könnte Plan B für Mercedes-Teamchef Toto Wolff werden, wenn der Wiener seinen erklärten Wunschpiloten Max Verstappen auch in Zukunft nicht bekommen kann.

Doch Mercedes scheint nicht der einzige Ausweg für den frustrierten Leclerc zu sein – selbst bei Klassenprimus McLaren bahnt sich eine Option für ihn an. Deren WM-Führender Oscar Piastri wird plötzlich mit Ferrari in Verbindung gebracht! Ein Tausch mit Leclerc wäre denkbar. Nach der Fast-Kollision in Singapur zwischen dem Australier und seinem britischen Teamkollegen Lando Norris hängt der Haussegen schief. „Piastri fühlt sich gegenüber Norris benachteiligt. Uns kann es nur recht sein, wenn es dort dicke Luft gibt“, erfuhr unsere Zeitung aus Red-Bull-Kreisen. Red Bull-Analysen sind in Bezug auf Piastri deshalb ernst zu nehmen, weil Piastri-Manager Mark Webber als Ex-Pilot der Österreicher immer noch exzellente Kontakte zum RB-Management pflegt.

Allein: In Singapur zeigte sich Leclercs Frust offen. Nach Platz sechs wetterte er: „Mercedes hat große Fortschritte gemacht, genau wie Red Bull – wir aber nicht.“ Das Ergebnis: Mercedes zog in der Teamwertung vorbei, Red Bull liegt nur noch acht Punkte hinten. Kein Wunder, dass Leclerc zunehmend genervt wirkt – selbst Ferrari-Ingenieure sollen seine Kritik übelgenommen haben.

Der Druck wächst: Ende 2026 läuft Leclercs Vertrag aus, dann ist er 29. Viel Zeit, um Weltmeister zu werden, bleibt ihm nicht. Während Ferrari über Talente wie Gabriel Bortoleto und Oliver Bearman nachdenkt, könnte für Leclerc nur der Absprung die Alternative sein.

Leclerc will nicht mehr lange warten. Wenn Ferrari nicht liefert, könnte er bald die Farbe Rot gegen Silber oder Orange eintauschen. Das neue Reglement, das ab 2026 greift, wird wohl die letzte Chance der Scuderia sein, mit Leclerc nach dem Titel zu greifen.RALF BACH

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