Schwacher Gastgeber

von Redaktion

Acht Monate vor der WM steht das US-Team schlecht da

Hoffnungsträger: Christian Pulisic (Nummer 10) fremdelt wie viele andere Stammspieler mit dem neuen Coach. Gibt es bis zur Weltmeisterschaft die Wende? © Thomas/Imago

München – Die Mannschaft? Spielt schlecht. Der Star? Zuletzt ein Problemfall. Die Fans? Welche Fans? Acht Monate sind es noch bis zur Fußball-Weltmeisterschaft 2026, und das USMNT, das Nationalteam von Haupt-Gastgeber USA, wirkt wie von dichtem, undurchdringlichem Mehltau befallen. Die Reporter von SoccerAmerica brachten es auf den Punkt: „We‘re not having fun yet“, bislang macht das alles keinen Spaß. Die Aussichten auf Besserung? Trübe. Kurzum: Die Lage ist ernst.

Für den Spaß soll in erster Linie Trainer Mauricio Pochettino sorgen. Doch der Argentinier (53), seit 13 Monaten im Amt, hat damit so seine Probleme. Seine Bilanz aus bisher 18 Spielen: elf Siege, meist gegen Mannschaften wie Trinidad und Tobago, Guatemala oder Haiti. Dazu sieben meist peinliche Niederlagen, vier davon nacheinander in diesem Sommer – die schlimmste Serie des USMNT seit 18 Jahren. Die letzte war ein 0:2 gegen Südkorea. Danach hagelte es Kritik.

„Warum zum Teufel zahlen wir ihm sechs Millionen Dollar im Jahr, wenn er mit diesen Spielern nichts anfangen kann?“, sagte Alexi Lalas, Ex-Nationalspieler und populärer TV-Experte, in seinem Podcast „State of the Union“ (Lage der Nation) über Pochettino. Tatsächlich hat der frühere Trainer von Paris Saint-Germain oder des FC Chelsea bereits 54 Spieler im USMNT eingesetzt (und noch mehr berufen) – eine Stammelf aber noch nicht gefunden. „Wenn Leute über Schwachsinn reden wollen, können sie über Schwachsinn reden“, entgegnete Pochettino und betonte, er habe bislang ausloten wollen, „wer für dieses Land bei der Weltmeisterschaft wichtig sein kann“. Im bislang jüngsten Spiel vor einem Monat gab es immerhin ein 2:0 gegen Japan, ein Lichtblick, doch ab Samstag muss Pochettino nun endlich liefern: keine Experimente mehr, hat er für die Spiele gegen Ecuador und vier Tage später gegen Australien angekündigt.

Spielen wird demnach unter anderem der ehemalige Dortmunder Christian Pulisic, mit dem Pochettino zuletzt über Kreuz lag. Der beste Fußballer der USA fremdelt wie viele andere potenzielle Stammspieler mit seinem neuen Coach. Es sind Nachwirkungen der Trennung von Vorgänger Gregg Berhalter im Juli 2024 nach der missratenen Copa America: Der ehemalige Bundesliga-Profi genoss bei der Mannschaft hohes Ansehen, die gegenseitige Loyalität hat sein Nachfolger längst nicht aufgebaut.DPA

Artikel 1 von 11