Es wird eng für Türkgücü

von Redaktion

Zahlungen nachträglich geleistet – aber die Zeit rennt gegen den Bayernligisten

Darf die Tosun-Truppe bald sportlich wieder eingreifen? © IMAGO/Frank Scheuring

München – Es wird eng für Türkgücü München. Nachdem der Münchner Traditionsverein am Ende der vergangenen Woche vom Bayerischen Landes-Sportverband (BLSV) wegen Versäumnissen bei der Zahlung von Verbandsabgaben aus dem Spielbetrieb ausgeschlossen wurde, muss der Bayernligist nun schnellstmöglich wieder unter den Schirm des Dachverbandes zurückkehren. Geschieht das bis zum Bayernligaspiel am kommenden Samstag in Kottern nicht, werden analog zu den Spielen seit dem 6. Oktober auch alle weiteren Partien des Vereins als verloren gewertet.

Der BLSV hat Türkgücü wie allen der aktuell rund 11.500 bayerischen Sportvereine in diesem Frühling die turnusgemäße Abrechnung zugestellt. Es folgten zwei weitere Mahnungen. Und als nach der dritten und per Post zugestellten Mahnung mit Androhung des Ausschlusses nichts passierte, zog der Verband den Schlussstrich. „Der Ausschluss eines Vereins aus dem Bayerischen Landes-Sportverband e.V. (BLSV) ist kein neuer Umstand und ganz klar in der Verbandssatzung geregelt. Der BLSV hat pflicht- und termingerecht in mehrmaligen Schreiben auf die säumige Zahlung sowie den drohenden Ausschluss hingewiesen. Alle gesetzten Fristen wurden nicht eingehalten“, heißt es in einer BLSV-Mitteilung zu dieser Angelegenheit.

Türkgücü muss den Wiedereintritt neu beantragen und dann auf eine Bestätigung warten. Und das kann dauern, laut BLSV bis zu drei Werktage. Von einer derartigen Hängepartie kann der FC Neuhadern München ein Lied singen. Den damaligen Bezirksligisten ereilte im Sommer 2024 ein ähnliches Schicksal, wenngleich der Ausschluss andere Gründe hatte als bei Türkgücü. An einem Freitagsmittag hatte die Neuhaderner damals die Mitteilung erreicht und der FC verlor kampflos die beiden folgenden Spiele. Eine Rückkehr zog sich aus bürokratischen Gründen. Auch weil damals das grüne Licht des Bayerischen Fußball-Verbands gefehlt hatte, der als Fachverband erst auf eine Bestätigung des BLSV die entscheidende Freigabe erteilt.

Die offenen Verbandsbeiträge von Türkgücü sind gemäß Vorstandsmitglied Serdar Yilmaz nachträglich geleistet worden, was der BLSV am Montag auch bestätigte. Hinzu kommen zuletzt kolportierte Strafzahlungen an den BFV für den Nichtantritt in der Vorsaison in Regionalliga aufgrund einer fehlenden Heimspielstätte, die angeblich auch nicht gezahlt wurden. Die Zeit rennt für den Bayernliga-Vorletzten, um das Chaos in den Griff zu bekommen. ROBERT M. FRANK

Artikel 11 von 11