Auch der Sorgenlöwe lacht: Kauczinski mit Volland.
Los geht‘s! Kauczinski schreitet zu seinem ersten Training mit den Löwen – 150 Fans spendeten Beifall. © Sampics (3) / S. Matzke
Löst er die Blockade? Markus Kauczinski sorgte gleich mal für gute Stimmung auf dem Platz.
München – Markus Kauczinski hat die Löwen aus ihrer Lethargie geweckt – das war schon am Spalier zu sehen, das sich am Montag ab 14 Uhr auf dem Vereinsgelände bildete. Gut 150 Fans wollten hautnah dabei sein, als der Glöckner-Nachfolger zu seiner ersten Trainingseinheit bat. Rentner mit gezückten Handys, Allesfahrer, auch der eine oder andere Nachwuchskicker. Um 14.18 Uhr schritt Kauczinski unter aufmunterndem Beifall aus der Kabine, er schaute links, er schaute rechts – und dann legte er los auf dem Einser-Platz, für den Auftakt gleich mal 80 Minuten am Stück.
Die Aufwärm- und Passübungen verfolgte Kauczinski mit der üblichen Beobachterpose: Aufmerksamer Blick, hinter dem Rücken verschränkte Arme. Den Auftakt überließ er dem bewährten Helferstab, schaltete sich erst ins Geschehen ein, als der Ball ins Spiel kam. „Köpfe hoch, Männer“, rief er. Oder auch: „Seid lauter und redet miteinander!“ In den Pausen scharte er das Team um sich, gab kurze, knackige Anweisungen. Zum Schluss noch das übliche interne Match: Blau gegen Orange. In seiner Vorstellungsrunde am Freitag hatte er angekündigt, viel auszuprobieren zu wollen. Personell, auch taktisch. Für den Anfang ließ er die Löwen mit einer Viererkette auflaufen – vorne mit Patrick Hobsch an der Seite von Florian Niederlechner.
Ein erster Fingerzeig? Ein bisschen wohl auch dem Umstand geschuldet, dass Kevin Volland weiterhin nur Runden drehen kann. Unwahrscheinlich, dass seine Fleischwunde am Knie einen Einsatz gegen Duisburg zulässt. Besser sieht es bei anderen Sorgenkindern aus. Dähne, Jakob und Reinthaler – gestern alle wieder dabei. Fix sind Stand jetzt nur die Ausfälle von Kapitän Jesper Verlaat und Morris Schröter, wenn die Kauczinski-Löwen nach der Länderspielpause Spitzenreiter Duisburg empfangen.
Sagen wollte der Neue nichts zu seinem ersten Training. „Keine Fragen, bitte! Ich muss rein“, rief er im Vorbeigehen. Niederlechner, der Teamsenior, war etwas gesprächiger. Sein erster Eindruck: „Sehr gut, super! Mir hat‘s gut gefallen, und Euch?“ Vorläufiges Fazit: Die Gesichter sind wieder etwas fröhlicher beim Giesinger Krisenverein. Der ultimative Stimmungstest folgt dann am Sonntag (16.30 Uhr) – ein paar hundert Meter weiter im Grünwalder Stadion. ULI KELLNER