Auf der Bruststrecke fühlt sich Anna Elendt wohl. © Xue/Imago
Carmel – Auch nach dem denkwürdigen Weltcup in Carmel dauert es nicht lange, bis aus Anna Elendt, der Schwimmerin, wieder Anna Elendt, die Projektmanagerin, wird. Das Interesse für ihre deutschen Rekorde – sechs sind es mittlerweile auf den Bruststrecken – dürfte sich in Grenzen halten. Schon ihr WM-Gold im Sommer sorgte auf der Arbeit in ihrer Wahlheimat Austin/Texas für wenig Aufsehen.
Der Schwimmwelt fällt dagegen sehr wohl auf, dass Elendt immer schneller und schneller wird – trotz der Doppelbelastung mit einem Teilzeitjob. Die gebürtige Hessin, deren Titel bei der WM in Singapur über 100 m noch als Sensation galt, ist im Kreis der Besten angekommen. Drei Medaillen (1xSilber, 2xBronze) auf der Kurzbahn in Indiana zeugen von ihrer Entwicklung.
In Deutschland kann ihr ohnehin niemand das Wasser reichen: Es gab auf allen Bruststrecken niemanden, der so schnell schwamm wie sie. Dieser „Sweep bedeutet mir die Welt“, verkündete Elendt (24) „stolz“ in den Sozialen Netzwerken. Doch ihr sportlicher Horizont endet längst nicht mehr an den Grenzen der alten Heimat. „Erfolgreiche Arbeit ist auch in Deutschland möglich. Aber es ist einfach Fakt, dass ich dort niemals mit so einer Dichte an Weltklasse trainieren könnte, wie es hier der Fall ist“, sagt sie.
Die Grenzen will sie bis zu Olympia 2028 in L.A. weiter verschieben. Die Unterstützung der Agentur Five Aside, die auch Zehnkampf-Weltmeister Leo Neugebauer vermarktet, soll dafür sorgen, dass Elendt sich bald in Vollzeit auf Rekorde im Becken konzentrieren kann.SID