OBERLIGA-TOUR

SCR zeigt, wie Werbung nicht geht

von Redaktion

Tölz ernüchtert, Gladiators kraftlos, in Peiting ist man mal zufrieden

Bad Tölz: Schnell auf dem Boden der Tatsachen zurück: Nach dem „großen Sieg“ am Freitag gegen Lindau bekamen die Tölzer Löwen bei der 0:6-Klatsche in Deggendorf am Sonntag ihre Grenzen aufgezeigt. „Die zwei für uns unglücklichen Gegentore haben irgendwie eine Lawine losgetreten und wir kamen mit dem enormen Tempo der Deggendorfer nicht mit“, sagt Trainer Axel Kammerer. Das Fehlen von Andreé Hult (Adduktoren) machte sich vor allem im Powerplay bemerkbar, das nicht funktionierte. Dabei hatten sich die Löwen auf der Kontingentstelle für die Mittelstürmer-Position extra noch mit Michael Keränen verstärkt, zumal auch Center Dominik Daxlberger verletzt ausfällt. Während sich der finnische Nationalspieler, der eine Saison in Bietigheim in der DEL auflief, gegen Lindau mit guten Aktionen in der Paradereihe einfand, blieb er in Deggendorf unauffällig. „Wir waren zu langsam, im Kopf und in den Beinen“, sagt Kammerer. „Wir hatten Probleme in der eigenen Zone, haben alle Bullys verloren.“NIC

Erding: „In dieser Liga werden Fehler sofort bestraft.“ Wie schon zum Saisonauftakt musste Erdings Trainer Dominik Quinlan diesen Satz noch einmal herausholen. Nach dem jüngsten Sechs-Punkte-Wochenende standen die Gladiators nach den Niederlagen gegen Bayreuth (2:5) und in Peiting (2:4) diesmal mit leeren Händen da. Seine Mannschaft sei gegen Bayreuth gut in die Partie gekommen, „aber nach dem zweiten Gegentor, haben wir eineinhalb Drittel geschlafen“, meinte der Gladiators-Coach. „Da haben wir Zweikämpfe verloren, nicht konzentriert, nicht einfach, sondern viel zu kompliziert gespielt.“ Die folgende Niederlage in Peiting sei verdient gewesen, allerdings sei die halbe Mannschaft grippegeschwächt gewesen, deshalb wollte Quinlan seinen Jungs auch „keinen großen Vorwurf machen“. Am Ende habe einfach die Kraft gefehlt. Das Dienstags-Training hat er abgesagt, „denn vor allem die kranken Jungs sollen sich mal erholen“. Die nächsten schweren Aufgaben (Stuttgart, Lindau) warten nämlich schon. WK

Riessersee: Das mit dem Familientag und dem Bewerben des Eishockey-Sports haben die Cracks des SCR offensichtlich ein wenig missverstanden. Ausgerechnet als mal rund 500 Zuschauer mehr als gewöhnlich im OEZ aufschlugen, leisteten sich die Werdenfelder einen höchst unglücklichen Fauxpas. Im Altmeisterduell gegen das bis dato Schlusslicht aus Füssen verspielte der SCR einen 3:1-Vorsprung. Ein Doppelschlag der Königswinkler in den Schlussminuten verhinderte gar die Verlängerung. „Es ist inakzeptabel, so zu verlieren“, monierte Hunor Marton. Allein im zweiten Drittel hungrig aufzutreten, sei gegen keinen Gegner ausreichend. Somit gingen die am Freitag spielfreien Riesserseer komplett leer aus. Bleibt die Partie gegen Passau am kommenden Freitag, um sich bis zum großen Derby in Tölz zwei Tage später zu rehabilitieren. Für den ewig jungen Schlager sind knapp 3000 Tickets und alle Sitzplätze bereits verkauft. OR

Peiting: Die Disziplin und die Chancenverwertung waren zuletzt die Baustellen beim EC Peiting, die auch beim Gastspiel beim ECDC Memmingen eine wichtige Rolle spielten. Dazu gesellten sich bei den Allgäuern Schwächen in der Abwehr, was dem ECP in Summe eine 1:6 Pleite bescherte. „Wenn man gegen Memmingen etwas holen will, muss die Disziplin da sein und die Defensivarbeit zu 100 Prozent stimmen“, erklärte ECP-Coach John Sicinski, dessen Team vor allem im zweiten Durchgang defensiv völlig von der Rolle war. „Wir haben vor dem Tor nicht die richtige Position gehalten und es damit Memmingen leicht gemacht“, ärgerte sich Sicinski. Gegen die Erding Gladiators war das Abwehrverhalten deutlich besser. „Wir haben über 60 Minuten eine konstant gute Leistung abgeliefert“, zeigte sich Sicinski erstmals in dieser Saison mit allen drei Dritteln zufrieden. „Wir hätten nur im ersten Durchgang deutlichen führen müssen“, haderte er einmal mehr nur mit der Chancenverwertung beim am Ende verdienten 4:2-Heimerfolg gegen den Aufsteiger. RH

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