Dem BVB blieb nur das Staunen

von Redaktion

Man City demonstriert Dortmund, wie weit die europäische Spitze entfernt ist

Natürlich, auch Sturm-Gigant Erling Halaand traf gegen seinen Ex-Verein. © Yates/Imago

Gebrauchter Abend für den BVB um Pascal Groß und Kapitän Emre Can (r.). © Langer/Imago

Linker Zauberfuß: Der 25-jährige Phil Foden erzielte gleich zwei Traumtore. © Imago

Manchester – Als die Dortmunder in Manchester ihre Koffer packten und sich auf den Heimweg machten, hatten sie nicht nur die erste Champions-League-Pleite der Saison im Gepäck, sondern auch eine bittere Erkenntnis: Mit den Spitzenteams kann die Borussia nicht mithalten. Noch nicht?

„Wir sind noch nicht so weit“, stellte BVB-Trainer Niko Kovac nach dem ernüchternden 1:4 (0:2) bei ManCity fest und geriet regelrecht ins Schwärmen, als er die Unterschiede zu den „Weltklassespielern auf der anderen Seite“ aufzählte: „Wenn ich mir das Passspiel, die Ballannahme, die Mitnahme anschaue, sehe ich sehr viel mehr Präzision. Die Mitspieler kriegen Bälle, die am Boden sind. Wir spielen halbhoch und auf Kniehöhe.“

Was der zehnmalige englische Meister mit dem Doppeltorschützen Phil Foden, der ehemaligen Dortmunder Tormaschine Erling Haaland und seiner nächsten Generation großartiger Fußballer wie dem Brasilianer Savinho (21) und dem Belgier Jérémy Doku (23) aufführte, machte die Mängel beim Bundesligadritten offensichtlich. „Sie haben enorme Qualitäten“, meinte Abwehrspieler Waldemar Anton, der das einzige Tor des BVB erzielt hatte.

Dortmund, vor allem von der City-Offensive überwältigt, hielt nur phasenweise dagegen. Man sei „gut dabei gewesen“, habe „Ballbesitzphasen gehabt, mutig gespielt, für Entlastung mit dem Ball gesorgt“, stellte Sportdirektor Sebastian Kehl fest – und meinte damit die ersten 15 Minuten. Noch einmal eine Viertelstunde in der zweiten Halbzeit, als der BVB dem 2:3 nahe war – das war‘s.

Wie schon beim 1:2 beim FC Bayern, der anderen Niederlage in den ersten 15 Pflichtspielen. Aber auch gegen Juventus Turin in der Champions League (4:4) und RB Leipzig in der Bundesliga (1:1) reichte es nicht zu seinem Sieg. Ein Trend? „Wir spielen teilweise zu statisch“, merkte Nico Schlotterbeck an, „gegen Topteams wird jeder Fehler bestraft, da müssen wir noch eine Schippe drauflegen.“

Zur Halbzeit der Ligaphase ist der BVB in der Königsklasse auf Rang 14 abgerutscht. In der zweiten Hälfte hat das Kovac-Team jedoch drei Heimspiele. Nur Italiens Vizemeister Inter Mailand, Finalist der vergangenen Champions-League-Saison, gehört von den verbleibenden vier Gegnern in die höchste Schublade.

Am Samstag (15.30 Uhr/Sky) in der Bundesliga wartet mit dem Hamburger SV erst einmal ein Gegner aus einer anderen Kategorie. Dann ist die extrem fordernde Phase mit sieben Spielen in 22 Tagen, sechs davon auswärts, vorbei. Und der BVB kann sich ein wenig sammeln – und eine wichtige Größe wieder als Stammkraft einplanen: Kapitän Emre Can. Der 31-Jährige gab in Manchester in der zweiten Halbzeit nach 173 Tagen Verletzungspause sein Comeback. SID

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