Mit 84 Prozent hat Zverev eine Chance

von Redaktion

Der Plan gegen Jannik Sinner: Aufschlagstark auf schnellem Platz

Verbissen bis entschlossen: Alexander Zverev. © afp

Turin – Nach dem erlösenden Startsieg und zwei Tagen Regenerationspause wartet auf Tennisstar Alexander Zverev beim Turnier der Besten die ultimative Herausforderung. Gegner Jannik Sinner ist in absoluter Topform, durch den Wettstreit um die Nummer 1 der Welt mit Carlos Alcaraz zusätzlich motiviert und genießt in Turin auch noch Heimvorteil. Eine größere Aufgabe auf Hartplatz gibt es aktuell im Welttennis nicht.

„Sinner ist momentan der beste Spieler auf diesem Belag, gar keine Frage. Deswegen erwarte ich ein sehr schweres Match“, sagte Zverev (28) vor dem zweiten Gruppenspiel der ATP Finals in der Inalpi Arena gegen den Italiener an diesem Mittwoch (20.30 Uhr/Sky): „Wenn ich nicht zu hundert Prozent fit bin, dann habe ich gar keine Chance. Das hat man in Paris gesehen.“

Beeinträchtigt von einem geschwollenen Knöchel kassierte Zverev beim Masters-Turiner in Frankreichs Metropole vor anderthalb Wochen eine im wahrsten Sinne des Wortes schmerzhafte Halbfinal-Klatsche: 0:6, 1:6 – so deutlich hatte der Hamburger seit 2014 nicht mehr verloren. Sinner zeigte nach dem viel zu leichten Sieg Mitgefühl und bekritzelte eine Kamera am Spielfeldrand mit der Nachricht „Get well soon“ (gute Besserung).

Körperlich scheint es Zverev nach dem Besuch bei jenem Arzt, der ihn auch schon bei seinem folgenschweren Bänderriss im rechten Knöchel 2022 operiert hatte, tatsächlich besser zu gehen. Er fühle sich gut, versicherte der Olympiasieger von 2021 nach seinem Zweisatzsieg zum Auftakt des Prestigeturniers gegen den US-Amerikaner Ben Shelton. Aber reichen die Fitness und Form auch gegen Ausnahmekönner Sinner?

Alles hängt vom Aufschlag ab – glaubt der 24 Jahre alte Italiener. „Der Platz wird durch die Abnutzung von Tag zu Tag schneller. Der Aufschlag wird der Schlüssel zum Erfolg sein“, sagte der viermalige Grand-Slam-Turniersieger. Serviert Zverev wie gegen Shelton mit einer Gewinn-Quote von 84 Prozent beim ersten Aufschlag, hat er definitiv eine Chance. Doch auch Sinner präsentierte sich beim souveränen Auftaktsieg gegen den Kanadier Felix Auger-Aliassime aufschlagstark.

Wie er den Südtiroler ärgern kann, weiß Zverev. Beim hart umkämpften Drei-Satz-Finale in Wien Ende Oktober hatte er Sinner an den Rand einer Niederlage gebracht. „Jannik, du gehst uns Spielern allen so was von aufn Sack“, hatte Zverev danach bei der Siegerehrung scherzhaft gesagt: „Entspann dich mal, wir wissen, dass du der beste Spieler auf der Welt bist. Lass mich auch mal was gewinnen.“ Doch diesen Gefallen wird ihm Sinner zumindest nicht freiwillig tun. DPA

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