Ein wenig erfreuliches Wiedersehen

von Redaktion

Jule Brand fertigt mit Lyon ihren Ex-Club mit 3:1 ab – „gegen Weltklasseteam verloren“

Der Schrecken nimmt seinen Lauf: Ada Hegeberg bringt Lyon mit dem 1:0 auf Kurs. Nur fünf Minuten später packte die Norwegerin den zweiten Treffer drauf. © IMAGO

Wiedersehen: Jule Brand herzt Svenja Huth. © IMAGO

Lyon – Jule Brand umarmte ihre enttäuschten Ex-Kolleginnen und spendete Trost. Beim emotionalen Wiedersehen mit alten Weggefährten hatte die Nationalspielerin ihrem früheren Klub VfL Wolfsburg auch ohne eigenen Treffer eine bittere Niederlage in der Champions League zugefügt. Mit dem favorisierten Rekordsieger OL Lyonnes ließ Brand den Wölfinnen beim souveränen 3:1 (2:0) am Dienstagabend keine Chance und freute sich über den dritten Sieg im dritten Spiel in der Königsklasse.

Wolfsburg dagegen musste nach zwei Erfolgen zum Auftakt der Ligaphase den ersten Rückschlag hinnehmen – und die Überlegenheit des Gegners anerkennen. „Das war auf jeden Fall ein verdienter Sieg für Lyon. In der ersten Halbzeit hatten wir so gut wie keinen Ballbesitz“, sagte Kapitänin Janina Minge. „Wir haben gegen ein Weltklasseteam verloren. Wir haben fast nur verteidigt, vor allem in der ersten Halbzeit. Lyon war um einiges besser als wir. Wir müssen weiter hart arbeiten“, sagte VfL-Torhüterin Stina Johannes.

Drei Tage nach dem bitteren Rückschlag in der Liga gegen Eintracht Frankfurt (2:3) hatte der VfL sogar noch Glück, dass die Französinnen vor allem in der ersten Hälfte Chancenwucher betrieben. Nationalspielerin Brand, die im Sommer vom VfL nach Lyon gewechselt war, hatte nach der Pause bis zu ihrer Auswechslung (66.) einige gute Szenen. Zudem hatte Korbin Shrader vor der Pause bei zwei Lattentreffern Pech. Wolfsburg kam nur zu einer einzigen vielversprechenden Aktion, Beerensteyn traf den Pfosten (43.). Auch nach dem Wechsel geriet Lyon selten in Bedrängnis.

Ada Hegerberg mit einem Doppelpack (25. und 30.) und Wendie Renard nach einem fragwürdigen Foulelfmeter (72.) hatten für klare Verhältnisse gesorgt. Lineth Beerensteyn (80.) verkürzte noch, zu einer erfolgreichen Aufholjagd kam es aber nicht mehr. Zwar fielen die Gegentore allesamt nach Standards, aber das war eher fehlender Präzision als dem Auftritt der VfL-Defensive geschuldet.

„Man muss einfach zugestehen, dass das Ergebnis in Ordnung geht“, sagte Wolfsburgs Trainer Stephan Lerch. Es sei schwierig gewesen, in der Defensive den Zugriff auf den Gegner zu bekommen. „Somit haben wir auch nicht die Umschaltmomente generieren können, die wir uns auch erhofft hatten“, sagte Lerch. Für den VfL war es bereits die siebte Niederlage in Folge gegen den achtmaligen Champions-League-Sieger. Den letzten von bisher nur zwei Siegen in elf Duellen hatte es am 29. März 2017 (1:0) gegeben.

Allzu lange hadern wollte der Coach bei aller Ernüchterung aber nicht. Schon am kommenden Samstag geht es im Achtelfinale des DFB-Pokals gegen den SC Freiburg um neue Ziele. Am Mittwoch gehe der Blick deshalb wieder positiv nach vorne, „dann werden wir auch wieder in die Erfolgsspur zurückkehren“, sagte Lerch. An der Niederlage gegen OL Lyonnes könne man auch wachsen: „Wir nehmen große Learnings mit aus diesem Spiel. Wir wollen weiterarbeiten und es dann besser machen.“SID

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