Kein Training, kein Spiel: Mathias Niederberger. © dpa
München – Ausfallzeit: „Mehrere Wochen.“ So vermeldete es der EHC Red Bull München am Dienstagmorgen. Gewissheit wurde somit, was sich am Freitagabend beim Spiel in Berlin angedeutet hatte, als Mathias Niederberger sich vom Eis schleppte: Der Torhüter hat sich so schwer verletzt (offensichtlich im Leistenbereich), dass sein Club erst einmal ohne ihn planen muss. Sein Ausfall betrifft allerdings auch die Nationalmannschaft, für die im Februar der Höhepunkt des Jahrzehnts ansteht: das Olympia-Turnier in Mailand, für das auch die Stars aus der NHL zur Verfügung stehen.
Niederberger (33) ist neben Verteidiger Fabio Wagner eigentlich der sicherste Münchner Olympia-Fahrer. Sein Status für die Spiele: Nummer zwei hinter NHL-Mann Philipp Grubauer, in der Vorrunde (Gegner: Lettland, Dänemark, USA) würde für ihn wohl ein Einsatz drin sein. Wenn er denn fit wird. Zehn Wochen hat er Zeit – etwas mehr als im Frühjahr, als er sich in den Playoffs gegen Mannheim auf ähnliche Art verletzte. Zur WM zwei Monate später schaffte er es.
Bundestrainer Harold Kreis genügte damals die Rückkehr Niederbergers ins Training, er forderte keinen Leistungsnachweis, das Vertrauen in den Keeper der Vizeweltmeister-Truppe von 2023 ist groß. Allerdings könnte die Lage vor Olympia anders sein. Im Fall des unverzichtbaren Berliner Verteidigers Kai Wissmann, dem im Herbst die Achillessehne gerissen war, forderte Kreis: „Ein paar Spiele sollte er im Januar schon machen.“
Die Torhüterlage hat sich zuletzt entspannt: Durch Verletzungen seiner internen Konkurrenten kommt Philipp Grubauer (34) bei den Seattle Kraken, die ihn schon aufs Abstellgleis geschoben hatten, wieder zu Einsätzen, seine Statistiken sind die besten seit Jahren. Arno Tiefensee (23), bei der WM die Nummer drei, bekam einen NHL-Vertrag (Dallas) und sammelt im zweiten Farmteam Idaho reichlich Spielpraxis. Durch starke Leistungen in Mannheim und beim Deutschland Cup hat sich auch der Tölzer Maximilian Franzreb für den Olympia-Kader positioniert.GÜNTER KLEIN