Die WM ist seine letzte Chance

von Redaktion

Tief gefallen: Gabriel Clemens will verkorkste Saison retten

Am Samstag startet „Gaga“ in die WM. © Healey/Imago

London – Neujahr 2023 – die deutsche Dartswelt steht Kopf. Gabriel Clemens zerlegt bei der WM im Ally Pally den damaligen Weltranglistenersten Gerwyn Price mit 5:1. Das folgende Halbfinale verliert der „German Giant“ zwar gegen den späteren Weltmeister Michael Smith mit 2:6, doch Deutschland ist trotzdem „Gaga“. Der bescheidene Saarländer wird zum Darts-Star der Bundesrepublik.

Mittlerweile ist es um den heute 42-Jährigen ruhiger geworden. Auch, weil Clemens an seinen WM-Erfolg von 2023 nicht anknüpfen konnte. Von Platz 22 der Weltrangliste im Jahr 2023 stürzt er ab. Bei der WM 2024 erreichte der German Giant nur die dritte Runde, vergangenes Jahr war schon in der zweiten Schluss. Aktuell ist er nur noch die Nummer 47 der Welt. Sein bisheriges Saisonfazit fällt daher besonders schlecht aus. „Dat Jahr war beschissen. Wenn ich wüsste, was ich ändern kann, könnte ich es ändern“, sagte der Saarländer ratlos. Die Rückkehr in den Alexandra Palace in London ist Clemens‘ letzte Chance, das verkorkste Kalenderjahr 2025 noch zu retten.

Am späten Samstagabend (23.00 Uhr/Sport1 und DAZN) bekommt es der Deutsche zum WM-Auftakt mit dem amerikanischen Außenseiter Alex Spellman (149. der Weltrangliste) zu tun. Der Niederländer Wessel Nijman und Ex-Weltmeister Luke Humphries aus England wären mögliche Gegner in Runde zwei und drei. „Er könnte jetzt bei der WM mit viel Preisgeld vieles reparieren. Aber er steckt in einer schwierigen Phase seiner Karriere“, sagte Paulke. So sieht es auch Clemens selbst. Dementsprechend bescheiden ist sein WM-Ziel: „Für mich geht es darum, mal wieder ordentlich zu spielen.“

Arno Merk, einer von acht Deutschen bei der WM, hat das in seinem ersten Match geschafft. „Heute Abend wird irgendein Pub in England auseinandergenommen“, kündigte der 33-Jährige am Donnerstagabend bei Sport1 an. Dank des überraschend souveränen 3:1-Sieges im ersten Match der diesjährigen WM gegen den Belgier Kim Huybrechts kehrt Merk noch vor Weihnachten, in den Alexandra Palace zurück.

Zu der Merks WM-Premiere wäre es aber beinahe nie gekommen. Nach seiner ersten Weltmeisterschaft beim kleineren Verband BDO 2011 erfuhr Merk als 18-Jähriger Hass im Internet, trat anschließend kürzer und hörte 2017 zwischenzeitlich mit dem Darts auf. Erst 2023 fing er wieder an – und spielte sich bis auf die größte Bühne der Dartswelt. Merks Qualifikation für die WM verlief kurios. Wegen seiner Teilnahme an der Reality-TV-Show „Darts Party“ in der Karibik ließ er einige Turniere aus, kehrte aber zum entscheidenden Qualifikationsturnier zurück.

In der nächsten Runde könnte der 33-Jährige auf die Niederländerin Noa-Lynn van Leuven oder Entertainer Peter Wright aus Schottland teffen. Vor allem auf ein Aufeinandertreffen mit dem favorisierten Wright hätte Merk „unendlich“ viel Lust: „Gegen einen zweimaligen Weltmeister, Publikumsliebling – das wäre ein sehr besonderes Match.“

Knapp zwei Stunden nach Merk löste auch der amtierende Weltmeister Luke Littler sein Zweitrundenticket. Der 18-Jährige setzte sich souverän (101er Average!) mit 3:0 gegen den Litauer Darius Labanauskas durch. DPA, SID

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