In ist, wer drin ist: die bayerische Immobilien-Welt in München.
München – Mieten, kaufen, Fußball – der FC Bayern hat sich im Laufe der Zeit ein wahres Immobilien-Imperium aufgebaut. Neuste Errungenschaft im Portfolio des deutschen Rekordmeisters: Der Sportpark Unterhaching, den die Münchner der Vorstadt-Gemeinde abkaufen (unsere Zeitung berichtete). Die Bayern investieren nicht nur in Beine, sondern auch in Steine. Aber bei welchen Objekten steht der Verein im Grundbuch, und wo ist er „nur“ Mieter? Wir erklären die rote Immobilienstrategie.
Allianz Arena: Das Stadion in Fröttmaning ist bereits seit dem Jahr 2014 abbezahlt – 16 Jahre schneller als geplant. Der Finanzierungsplan in Höhe von 346 Millionen Euro war ursprünglich auf 25 Jahre bis 2030 ausgelegt. Die Allianz Arena wurde vom deutschen Rekordmeister komplett privat finanziert.
Bayern-Campus: 70 Millionen Euro ließen sich die Bayern das Nachwuchsleistungszentrum an der Ingolstädter Straße kosten, das am 1. August 2017 eröffnet wurde – und auch der Campus ist seit dem Jahr 2022 bereits komplett abbezahlt. Clubintern geht man davon aus, dass sich der Wert der Anlage bereits verdreifacht hat.
SAP Garden: Die Multifunktionshalle auf dem Olympiagelände gehört nicht dem FC Bayern, sondern der Red Bull Stadion München GmbH. Das Energydrink-Unternehmen ist Bauherr und Betreiber der Arena, die von den Bayern-Basketballern als Dauermieter genutzt wird. Pro Saison tragen sie mindestens 20 Heimspiele aus, teilen sich die Nutzung aber mit dem Eishockey-Team EHC Red Bull München. Auch andere Events finden hier statt.
BMW-Park: Eigentümer der Rudi-Sedlmayer-Halle ist die Stadt München, der FC Bayern agiert als Betreiber und nutzt und betreibt die Halle für Spiele und Veranstaltungen im Rahmen eines längerfristigen Vertrags mit der Stadt. Auch die Basketballer laufen hier weiterhin auf.
FC Bayern World: Die Prestige-Immobilie in der Weinstraße hat eine Gesamtfläche von 3500 Quadratmetern, allein 1000 davon umfasst der FC Bayern Flagship Store, der sich über drei der sieben Etagen erstreckt. Darüber hinaus sind zwei Restaurants, ein Boutique-Hotel sowie eine Event- und Meeting-Location integriert – alles von DO & CO betrieben.
Heißt: Die Münchner verdienen nicht nur mit dem Verkauf von Merchandising-Artikeln Geld, sondern auch durch Lizenzen/Umsatzbeteiligungen am Gastronomie- und Hotel-Betrieb. Eigentümer des Gebäudes ist übrigens die Nymphenburg Immobilien AG (Finck-Gruppe), in den Konzernabschlüssen der FC Bayern AG erscheinen lediglich Miet- und Pachtverpflichtungen.
Grünwalder Stadion: Die Heimat der Bayern-Amateure ist ebenfalls im Besitz der Stadt. Allerdings müssen sich die Roten das Miet-Objekt mit den Blauen vom TSV 1860 teilen. Darum gab es bereits Gedankenspiele, das Grünwalder zu kaufen. Aktuell ist das aber kein Thema mehr.
Säbener Straße: Das Machtzentrum des deutschen Rekordmeisters ist seit Jahrzehnten in Vereinsbesitz – und soll zeitnah umfangreich saniert werden. Eine Bau-Vorgenehmigung vonseiten der Stadt für das neue Leistungszentrum liegt nach Informationen unserer Zeitung bereits vor und konkrete Pläne für das Mammut-Projekt in der Schublade. „Ein neues Leistungszentrum ist daher ein zentraler Baustein, damit der FC Bayern weiterhin internationale Spieler von sich überzeugen und auf absolutem Top-Niveau konkurrenzfähig bleiben kann“, sagt Vorstandschef Jan-Christian Dreesen.
Ursprünglich sollte der Umbau bereits im vergangenen Sommer angegangen werden und wurde vom Aufsichtsrat entsprechend abgesegnet – allerdings wurde das Vorhaben um ein Jahr verschoben. Gut möglich also, dass 2026 die Bagger rollen. Drei Jahre lang würden die Bauarbeiten andauern, alleine 50 000 Lkws mit Schutt müssten hin- und hergefahren werden. MANUEL BONKE, PHILIPP KESSLER