In Topform: Volland (2. v. li.) & die Löwen. © Fundel/Imago
München – Satter Schuss in die lange Ecke, der 4:1-Endstand in der Allianz Arena. Als Kevin Volland am 21. April 2012 letztmals im 1860-Trikot gegen den FC Ingolstadt traf, war die Welt eine andere: Barack Obama regierte die USA, Peter Pacult trainierte RB Leipzig in der Regionalliga, Benny Lauth war Kapitän der Löwen und 1860-Youngster Sean Dulic zarte fünf Jahre alt. Heute hat Volland die nächste Chance, Sechzig gegen die Schanzer jubeln zu lassen. Die Löwen wollen im Oberbayern-Duell (Samstag, 14.03 Uhr) den vierten Dreier in Folge feiern und damit den Anschluss an die Aufstiegsränge herstellen.
Der Aufwärtstrend Vollands in den letzten Wochen ist unübersehbar. „Die Tendenz bei ihm zeigt nach oben. Er ist unser kreativer Kopf, der die Leute gut einsetzt, ein schlauer Spieler“, lobte Löwen-Coach Markus Kauczinski in der Pressekonferenz. Die Laune beim 55-Jährigen war gut – kein Wunder nach fünf Siegen aus seinen ersten sieben Partien.
Kauczinski weiß das derzeitige Ergebnishoch realistisch einzuschätzen: „Das liegt alles eng zusammen. Vor ein paar Wochen war meine Bilanz ausgeglichen, da war es schlecht. Dann gewinnst du ein Spiel mehr und auf einmal ist alles toll. Ich war nach den Niederlagen nicht todtraurig und habe nach den Siegen keine Party gefeiert.“ Weiterarbeiten statt reden lautet die Devise: „Für mich geht es darum, dass wir als Mannschaft noch stabiler werden und uns mehr Chancen herausspielen. Wenn das gut funktioniert, stimmen auch langfristig die Ergebnisse. Wir müssen nach wie vor Dinge besser machen, haben in den Spielen instabile Phasen.“ In der Tat: Der 3:1-Heimsieg gegen Schlusslicht Schweinfurt war lange nicht so souverän, wie es das Ergebnis vermuten lässt.
Damit der sechste Erfolg (es wäre der vierte in Serie) hinzukommt, muss 1860 im Audi-Sportpark an seine Leistungsgrenze kommen. Kauczinski, 2016 für wenige Monate in Ingolstadt Trainer, zeigt Respekt vor dem Tabellen-13. der 3. Liga: „Es ist eine Mannschaft, die eine klare Idee und Handschrift hat. Ein gutes Team. Sie werden uns mit Umschaltmomenten versuchen zu überraschen.“
4 500 Tickets konnte 1860 für den Gästebereich abzwacken, die Karten waren schnell ausverkauft. Wer die Löwenfans kennt, weiß: Bei der Kreativität, um an Tickets im Heimbereich zu gelangen, sind keine Grenzen gesetzt. Gut möglich also, dass bis zu 7 000 Zuschauer im Stadion den Blauen die Daumen drücken. „Das ist schön, aber die Mannschaft muss bei sich bleiben. Vor Regensburg (0:4) hatten wir dieselbe Situation und es hat keinen Ausschlag gegeben.“
Vermutlich werden auch die Langzeitverletzten Jesper Verlaat, Morris Schröter und Raphael Schifferl zur Unterstützung mitreisen. Alle drei werden wie auch Tunay Deniz 2025 nicht mehr zum Einsatz kommen. Hoffnung für das Jahresfinale besteht bei Manuel Pfeifer, der kommende Woche voll ins Training einsteigen soll. In Ingolstadt fehlt der Österreicher ebenso wie der erkrankte Maxi Wolfram. Sie werden die Daumen drücken, dass Sean Dulic nun auch als Erwachsener ein Löwentor von Kevin Volland gegen Ingolstadt erleben darf.MARCO BLANCO UCLES